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Professoren äußern sich zur Frage der Segnung von Homosexuellen

Regensburger Theologen zu Segnung: Lehramt muss besser argumentieren

  • Nach dem Nein des Vatikans zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare hat sich die Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg zu Wort gemeldet.
  • In einer Stellungnahme fordern die neun Professorinnen und Professoren vom Lehramt der Kirche „bessere theologische Argumente als bisher“.
  • Zugleich dürfe man vom Lehramt erwarten, sich auf drängende Fragen der Ortskirchen „hörend einzulassen“.
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Nach dem Nein des Vatikans zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare hat sich die Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme fordern die neun Professorinnen und Professoren vom Lehramt der Kirche „bessere theologische Argumente als bisher“. Sie führen Fragen und Herausforderungen auf, die sie beantwortet haben möchten.

Die Theologie habe nicht nur die Aufgabe, lehramtliche Positionen zu würdigen, sondern auch die Pflicht, sie kritisch zu hinterfragen, heißt es. Zugleich dürfe man vom Lehramt erwarten, sich auf drängende Fragen der Ortskirchen „hörend einzulassen und in Dialog zu treten“. Wenn Entscheidungen getroffen würden, um Diskussionen beenden zu wollen, die in ihrer Dringlichkeit und Komplexität gar nicht erst gewürdigt würden, könne es nur zu Frustrationen und Verbitterungen führen. „Genau das erleben wir jetzt.“

Welche Fragen zu beantworten sind

Auch an der Regensburger Fakultät gebe es verschiedene Positionen zu zentralen Fragen der Kirchenreform, heißt es in der Erklärung. Dennoch habe man sich entschieden, bewusst gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn in der „heftigen Debatte“ um das jüngste Schreiben der Glaubenskongregation konzentrierten sich viele seit langem aufgestaute theologische Fragen rund um kirchliche Autorität, Lehre und Praxis. Zudem zeige sich eine pastorale Not.

Zu beantworten ist demnach, wie die Kirche christliche Werte oder die Bedeutung von Ehe und Familie zur Sprache bringen kann, ohne andere Lebensentwürfe abzuwerten oder Menschen zu diskriminieren. Auch stelle sich die Frage, wo Schrift, Tradition und Glaubenssinn Möglichkeiten böten, Sexualität in ihrer ganzen Breite zu verstehen, „ohne Engführung auf die Dimension der Lebensweitergabe, so wichtig diese sein mag“. Weiter zu erörtern sei, ob auch andere als heterosexuelle Orientierungen in der Schöpfung Gottes von Anfang an einen Platz hätten, oder ob sie als Folge der Ursünde in problematischer Weise als „ungeordnet“ interpretiert würden.

Bereitschaft zum konstruktiven Dialog gefordert

Zudem gehe es darum, wie die Kirche ihre Sakramente und Sakramentalien verstehe, heißt es. „Sind Sakramentalien vor allem als Nachahmungen der Sakramente zu deuten, oder machen sie kraft des Fürbittgebets der Kirche nicht auch auf eigene Weise Gottes Gnade sichtbar?“

Als Lehrerinnen und Lehrer fühlten sich die Unterzeichner ihrer Kirche verpflichtet, schreiben sie. Doch dazu gehöre auch die Bereitschaft, an der theologischen Klärung dieser Fragen zu arbeiten und sich „am erforderlichen offenen und konstruktiven Dialog in der Kirche zu beteiligen“.

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