Ein Besuch im Regionalbüro Ost in Münster

Regionalbüro hilft den Leitern kirchlicher Jugendgruppen

Viele Treppen führen hoch in das Regionalbüro Ost in Münster. Es liegt in der Neubrückenstraße nahe der Effata-Kirche und ist eins von drei Regionalbüros der Abteilung Kinder/Jugendliche/Junge Erwachsene in Generalvikariat. Hier können sich Messdiener- oder Jugendleiter in Sachen Gruppenführung, Recht, Spiele und pädagogische Methoden für ihre Aufgaben qualifizierten Input holen.

Marko Marincel.Marko Marincel. |Foto: Karin Weglage

Gerade noch hatte das Team um Einrichtungsleiter Marko Marincel und den Pädagogen Manuel Niggenaber alle Hände voll zu tun. Bereits im ersten Halbjahr hat das Regionalbüro Ost 440 Personen in Kursen zu den Themen Kindeswohl und Prävention geschult.

71 Pfarreien – sieben Mitarbeiter – 21 Honorarkräfte

„Das musste sein, bevor die vielen Ferienteamer in die Lager gehen“, erklärt Niggenaber. Die Schulungen seien für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit Pflicht und natürlich auch für die ehrenamtlichen Leiterinnen und Leiter der Freizeiten. Die Schulung werde vom Bistum Münster ­finanziert und umfasse rund sechs Stunden. Nach fünf Jahren müsse jeder Engagierte sie erneuern und vertiefen.  

Das Regionalbüro Ost ist für Münster und die Regionen Warendorf und Steinfurt zuständig. 71 Pfarreien gehören zum Einzugsgebiet der sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem gehören 21 meist studentische Honorarkräfte zum Schulungsteam. Sie kommen zumeist aus der kirchlichen Jugendarbeit, sagt Marincel.

Großer Bedarf an Weiterqualifizierung

Der Bedarf an Weiterqualifizierung sei vielfältig, so der Leiter des Regionalbüros Ost. Den Grundstock bildeten die Grund- und Weiterbildungs­kurse für die ehrenamtlichen Leiter von Jugend- und Messdienergruppen. In ihnen gehe es um rechtliche Fragen, die Motivation und Dynamik in der Gruppe und darum, wie man Konflikte am besten bewältigen kann.

Manuel Niggenaber.Manuel Niggenaber. |Foto: Karin Weglage

Das Regionalbüro bietet auch Kurse an, in denen es um sexuelle Vielfalt in den Gruppen geht, um den Gebrauch von Whats-App, Instagram und Lernvideos, um Umweltschutz im Gruppenalltag, Improtheater und Erlebnispädagogik. Die Jugendarbeit habe sich verändert, betont Niggenaber.

„Es muss immer darum gehen, ein Kind zu schützen.“

Was heutige Leiter selbst als Kinder oder Jugendliche in kirchlichen Freizeiten oder an Gemeinschafts­abenden erlebt hätten, sei heute teilweise nicht mehr angebracht. „Zum Beispiel Nachtspiele wie der Nachtschreck oder der Geisterlauf“, erläutert der Pädagoge. 

„Dabei wird aus Spaß jemand festhalten und von den anderen abgetrennt. Das können wir heute nicht mehr machen. Es muss immer darum gehen, ein Kind zu schützen.“

Keine „Lagertaufen"

Solche Neuerungen seien den Leiterinnen und Leitern nicht immer leicht zu vermitteln. Manche, die selbst die „Lagertaufe“ durchlebt oder den  „Schierlingsbecher“ als  Kind getrunken haben, empfänden es als „Traditionsbruch“, das abzuschaffen. „Wir bieten deswegen alternative Spiele-Ideen  an, bei denen Leiter und Kinder Spaß haben, aber niemand vorgeführt wird.“

Gruppenleiter hätten heute mit zwei Dingen zu kämpfen: Zeit und Energie. Zwar mache sich der freiwillige Einsatz für künftige  Arbeitnehmer gut im Lebenslauf. „Aber mal eben nebenbei lässt sich die Arbeit nicht machen“, so Niggenaber.

Kirche bietet Gemeinschaft und Heimat

Das habe zur Folge, dass es weniger Leiter gebe und Gruppen selbst immer wieder neue suchten. Die kirchliche Jugendarbeit biete den Gruppenverantwortlichen aber auch vieles: „Beziehungen, Gemeinschaft und Heimat“, betont er. „Viele wollen sich auch persönlich weiterentwickeln. Mit den Schulungen unterstützen wir sie dabei.“

Es gibt drei Regionalbüros im Bistum Münster. Sie machen Qualifizierungsangebote für die Ehrenamtlichen in der kirchlichen Jugendarbeit, beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und arbeiten mit den Jugendseelsorgern zusammen. Das Regionalbüro Ost ist für Münster und die Bereiche Warendorf und Steinfurt zuständig, das Regionalbüro Mitte für die Bereiche Borken, Coesfeld und Recklinghausen und das Regionalbüro West für den Niederrhein.