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Interreligiöses Friedenstreffen in Rom

Religionsführer bei Sant'Egidio: Welt ohne Krieg keine Illusion

  • Die Gemeinschaft Sant'Egidio lud zum interreligiösen Friedenstreffen nach Rom.
  • Religionsführer unterzeichneten einen gemeinsamen Appell.
  • Der Kairoer Großimam verurteilte das islamistische Attentat auf einen Lehrer in Paris.

Bei einem Friedenstreffen in Rom haben Papst Franziskus und andere Religionsvertreter Gläubige aller Religionen zu mehr Einsatz für Frieden aufgerufen. Kriegen und Konflikten, die durch die Pandemie verschärft wurden, ein Ende zu setzen, sei insbesondere „eine unaufschiebbare Pflicht aller politischen Verantwortungsträger“, so Franziskus.

Die Welt habe „einen brennenden Durst nach Frieden“, sagte der Papst. Allerdings könne kein Volk Frieden, Sicherheit und Glück allein erreichen. Frieden sei nur durch Kooperation, Dialog und Geschwisterlichkeit möglich, lautete eine durchgehende Mahnung auch aller anderen Sprecher aus Judentum, Hinduismus und Buddhismus. Zudem, so der Papst, zeige das Treffen in Rom deutlich, „dass die Religionen keinen Krieg wollen, sondern vielmehr alle, die Gewalt religiös zu verklären suchen, Lügen strafen“.

Großimam verurteilt Anschlag von Paris

Großimam Ahmad Al-Tayyeb von Kairo verurteilte in einer verlesenen Rede den tödlichen islamistischen Anschlag auf einen Lehrer in Paris. Als Großimam der Al-Azhar erkläre er „vor dem allmächtigen Gott, dass ich mich sowie die Lehren des Islam und des Propheten von dieser abscheulichen kriminellen Tat distanziere und von allen, die solche abweichenden, falschen Gedanken annehmen“.

Gleichzeitig verurteilte er es, wenn „unter dem Slogan der Meinungsfreiheit“ Religionen beleidigt und ihre Symbole missbraucht würden. – Patriarch Bartholomaios I., Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, forderte angesichts der Pandemie neue Maßnahmen gegen die ökologische Krise des Planeten.

Gemeinsamer Friedensappell

Nach den Ansprachen der Religionsvertreter wurde in einer Schweigeminute der Toten der Pandemie und der Kriege in diesem Jahr gedacht. In einem Friedensappell heißt es: „Es ist erneut Zeit für die kühne Vision, dass Friede möglich ist, dass eine Welt ohne Krieg keine Illusion ist.“ Darin appellieren die Unterzeichner „an die Regierenden, die Sprache der Spaltung zurückzuweisen, die sich oft aus Gefühlen der Angst und des Misstrauens nährt“.

Zu Beginn des Treffens hatte jede Glaubensgemeinschaft für sich ein Friedensgebet in der eigenen Tradition gehalten. An dem von der Gemeinschaft Sant'Egidio jährlich organisierten interreligiösen Treffen nahmen nach Veranstalterangaben rund 600 geladene Gäste physisch teil. Zudem hätten weltweit Tausende die Live-Übertragung im Internet verfolgt.

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