17,7 Prozent Minus 2016 – Neue Kollekte am Pfingstsonntag

Renovabis-Spenden im Bistum Münster stark zurückgegangen

Um fast ein Fünftel gesunken ist im Jahr 2016 das Ergebnis der Kollekte im Bistum Münster für das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis. Erbrachte die Kollekte 2015 noch 340.601 Euro, so waren es 2016 nur 280.344 Euro. Das bedeutet ein Minus von 17,7 Prozent. Auf Anfrage von „Kirche+Leben“ sprach Renovabis-Sprecher Burkhard Haneke von einem „relativ starken Rückgang“.

Renovabis bekommt Geld aus zwei Kollekten. Am Pfingstsonntag wird für Hilfsprojekte in Ost- und Südosteuropa gesammelt – so auch am kommenden Sonntag, 4. Juni. Am Gedenktag Allerseelen, dem 2. November, spenden die deutschen Katholiken für die Priesterausbildung in Osteuropa. Auch dieses Geld verteilt Renovabis. Beide Ergebnisse sind im Jahresbericht des Hilfswerks als Gesamtsumme verbucht, die Höhe der Einzelkollekten nennt Renovabis nicht.

Mehrere Gründe

„Im Jahr 2014 war Allerseelen ein Sonntag“, erläuterte Haneke. „Dann sind die Messen besser besucht und das Kollektenergebnis höher.“ Da viele Pfarreien das Geld der Allerseelenkollekte erst Anfang des Folgejahres an Renovabis weiterleiten würden, trage die Summe von 2014 zur Kollekten-Einnahme im Kalenderjahr 2015 bei. Dass Allerseelen 2015 wieder auf einen Werktag fiel, ist laut Haneke „eine Erklärung für den Kollekten-Rückgang, der nach den Überweisungen aller Pfarreien dann 2016 deutlich wurde“.

Insgesamt gehen die Ergebnisse der Renovabis-Kollekten tendenziell zurück. „Sie entwickeln sich in etwa parallel zu den Zahlen der Gottesdienstbesucher“, sagte Haneke. Die Strukturreformen in den Bistümern – darunter Münster – machen sich ebenso bemerkbar: „Nach Pfarreifusionen werden oft weniger Messen angeboten, auch deshalb sinken die Gottesdienstbesucherzahlen und die Kollektenergebnisse.“

Bei den Spenden per Überweisung aus dem Bistum Münster verzeichnet Renovabis ebenfalls einen Rückgang. Im Kalenderjahr 2015 wurden 506.312 Euro gespendet, 2016 waren es 456.903 Euro. Das habe mit dem Bürgerkrieg in der Ostukraine zu tun, so Haneke: „Zu Beginn des Krieges 2015 haben wir einen Hilfsaufruf für die Ukraine gestartet.“ Die dabei gespendete Summe habe für einen „Ausreißer nach oben“ gesorgt. Das Ergebnis von 2016 liege im üblichen Rahmen.