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Chefredakteurin Annette Saal über Solidarität

Risiko-Urlauber sollen auch Corona-Pflichttests zahlen

Annette Saal Foto: Michael Bönte/FR Design (Adobe Stock)

Die ersten Urlauber kommen zurück - auch aus Corona-Risikogebieten. Für sie soll es verpflichtende Tests geben. Doch wer soll zahlen: die Urlauber oder die Allgemeinheit? Annette Saal, Chefredakteurin von "Kirche+Leben" hat eine klare Position.

Die ersten Urlauber kommen zurück - auch aus Corona-Risikogebieten. Für sie soll es verpflichtende Tests geben. Doch wer soll zahlen: die Urlauber oder die Allgemeinheit? Annette Saal, Chefredakteurin von "Kirche+Leben" hat eine klare Position.

Das Robert-Koch-Institut ist besorgt: In Deutschland steigt die Zahl der Covid-19-Fälle. Da liegt es nahe, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpflichtende Tests von Reise-Rückkehrern aus Risikogebieten will, sofern sie nicht eine 14-tägige Quarantäne auf sich nehmen.

Doch wer soll die Tests bezahlen? Wenn es nach Spahn geht: die Allgemeinheit. Doch wer in ein Risikogebiet reist, sollte für die Gebühr selbst aufkommen. Das sind beispielsweise auf dem Frankfurter Flughafen 59 Euro für ein Ergebnis, das innerhalb von sechs bis acht Stunden vorliegt.

Urlaubsreisen in Risikogebiete geschehen aus freien Stücken und im Wissen um die Probleme. Zu Recht weist NRW-Gesundheits­minister Karl-Josef Laumann (CDU) deshalb darauf hin, auf Dauer könnten die Tests keine staatliche Leistung sein.

"Für Raucher zahlen auch alle"

Befürworter einer Kostenübernahme durch den Staat führen oft an, Krankenkassen-Beitragszahler kämen ja auch für Folgekos­ten anderer auf – verur­sacht etwa durch Rauchen, falsche Ernährung oder Risikosport. Doch der Vergleich hinkt: Wer sich selbst auf diese Weise schadet, steckt damit keine anderen Menschen an.

Bei den Bemühungen, die Pandemie in den Griff zu bekommen, geht es aber nicht nur um finanzielle Regelungen. Solidarität ist die beste Waffe gegen das Virus. Auch wenn Abstand und Maske unbequem sind und viele von Covid-19 nichts mehr hören wollen: Dass Deutschland zu den Ländern gehört, in denen die Krankheit bisher beherrschbar war, ist nicht nur durch Maßnahmen der Politik, sondern auch durch die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger gelungen.

Einige pfeifen auf Vorsicht

Inzwischen scheint sich das Gespür für das Risiko jedoch zu verringern. Dass einige geradezu auf Vorsichtsmaßnahmen pfeifen und die Erfolge leichtfertig verspielen, haben die Auswüchse auf Mallorca gezeigt.

Verantwortung ist gefragt, gerade jetzt. Man kann es auch Nächstenliebe nennen. Dazu gehört, alles dafür zu tun, dass die Ansteckungs-Gefahr für andere so gering wie möglich bleibt. Die einfachste Lösung ist: Risiko­gebiete meiden!

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