Nach Protesten durch Bürger, Medien, Priester und Politiker

Rom rudert im Streit um Münzen aus Trevi-Brunnen zurück

Nach Kritik an dem Beschluss, die Münzen aus dem Trevi-Brunnen nicht mehr exklusiv der Armenfürsorge der Caritas zu überlassen, ist Roms Bürgermeisterin kräftig zurückgerudert. Das Geld, das Touristen in den römischen Brunnen werfen, soll nun doch ausschließlich der Caritas in der Hauptstadt zugute kommen. Das habe Bürgermeisterin Virgina Raggi der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ bestätigt, teilte das Blatt mit. Zuvor hatte es zum wiederholten Male eine Debatte darüber gegeben, ob die Münzen, die sich übers Jahr auf rund 1,5 Millionen Euro summieren, nicht breiter verteilt werden sollten.

Dem Bericht zufolge hat Raggi der Caritas auch die Einnahmen aus anderen römischen Brunnen zugesagt. So kämen pro Jahr noch einmal 200.000 Euro hinzu. Allerdings solle die Sammlung des Geldes künftig durch das Versorgungsunternehmen Acea erfolgen. Dessen Mitarbeiter würden die Münzen einsammeln, sortieren und weiterleiten; für diese Dienstleistung behalte die Acea eine Aufwandsentschädigung von rund 2.000 Euro ein. Der Rest solle ausnahmslos an die Caritas ausbezahlt werden, so Raggi.

Bei den Münzen, die von Touristen nach einem Brauch in den Altstadtbrunnen geworfen werden, geht es um eine jährliche Summe von gut 1,5 Millionen Euro. Seit 2001 ging das Geld an die diözesane Caritas, die in der Hauptstadt über 50 Sozialeinrichtungen und 145 Anlaufstellen in katholischen Pfarreien betreibt. Vom 1. April an sollten die Einnahmen aus dem Brunnen auf verschiedene Organisationen verteilt werden, aber auch in den Erhalt städtischer Kulturgüter fließen.

Caritas soll Geld weiterhin erhalten

Der Zeitung „Messaggero“ zufolge traf Bürgermeisterin Raggi sich am Sonntag mit den beteiligten Ressortchefs für eine „Klärung“. Am Ende könnte nach Darstellung des Blatts eine Einigung stehen, nach der die Caritas weiterhin das Geld erhält, aber die Stadt Einsicht in die Verwendung nimmt. Die Caritas Rom teilte am Sonntag auf Facebook mit, zahlreiche Medien, Politiker, Priester und Bürger hätten Raggi aufgefordert, den aktuellen Beschluss zu ändern. Wie die Einnahmen aus dem Trevi-Brunnen nach dem 1. April verteilt werden sollten, sei „noch nicht festgelegt“.