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Kräftig in die Pedale tritt Matthias Garsche auf dem Weg nach Rom. Viele Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Münster werden ihn dort empfangen.
Gutes Wetter und immer Luft im Reifen haben viele Gemeindemitglieder aus der Pfarrei St. Sixtus in Haltern am See im Kreis Recklinghausen Matthias Garsche gewünscht, als er in einem Aussendungsgottesdienst in der Kirche St. Andreas im Ortsteil Hullern Abschied nahm von seiner Heimatstadt, in die er in etwa fünf Wochen zurückkehren wird. Der frühere Pastoralreferent ist am Freitag, 12. September, am frühen Morgen auf eine 1.700 Kilometer lange Pilgerradreise nach Rom gestartet.
„Das Radpilgern ist meine Sache. Ich freue mich auf unerwartete Begegnungen und auf das, was auf mich zukommt“, sagt Garsche. Das Heilige Jahr 2025 und die Verbindung mit der großen Bistumswallfahrt der Diözese Münster Mitte Oktober waren für ihn ein guter Anlass, kräftig in die Pedale zu treten.
Haltern-Rom: eine Strecke mit 12.000 Höhenmetern
Wenn Garsche den Petersplatz erreicht hat, werden ihn mindestens hundert Gemeindemitglieder aus seiner Heimatpfarrei begrüßen, die an der Bistumswallfahrt teilnehmen, aber doch etwas bequemer die Ewige Stadt per Flugzeug und Bus erreicht haben. „Dann nehme ich selbstverständlich am Wallfahrtsprogramm mit den Gottesdiensten und Feiern teil“, sagt er. Ein Rückfahrtticket inklusive Radtransport sei schon gebucht.
Die Idee zu dieser Pilgertour habe sich in einem Gebetskreis entwickelt, dem er angehöre, erzählt Garsche. Aus diesem Kreis werden ihn Wolfram Heidenreich und David Schütz auf einigen Etappen begleiten. Heidenreich fährt mit bis Mainz, Schütz bis Freiburg. Von Freiburg aus wird Wigbert Rinschen, ein Freund, die weitere Tour begleiten, die über die Schweizer Alpen bei Andermatt, Mailand, Florenz und Assisi führt. „Insgesamt 12.000 Höhenmeter sind auf der Strecke zu bewältigen“, hat Garsche ausgerechnet.
Garsche will ein Pilger der Hoffnung sein
Ungeübt ist der Theologe, der vor seinem Eintritt in den Ruhestand im vergangenen Jahr vorwiegend im Seniorenzentrum Marienstift in Oer-Erkenschwick als Seelsorger tätig war, nicht. Assisi hatte er bereits 2017 von Hullern aus erradelt.
Übernachten werden Garsche und seine Mitstreiter in Pfarrhäusern und bei geistlichen Gemeinschaften, „die uns im Wesentlichen durch die Kapuziner vermittelt wurden“, sagt der 67-Jährige, dem es wichtig ist, auf der Tour immer wieder Ruhezeiten für das Gebet zu haben: „Es geht nicht auf die sportliche Höchstleistung. Pilgern heißt, loslassen zu können und sich Zeit zu nehmen für das Gebet. Das Heilige Jahr lädt uns mit seinem Motto ein, Pilger der Hoffnung zu sein.“
Eine Sendung mit Bedeutung
Während der Aussendungsfeier sprach Pfarrer Michael Ostholthoff über den Bericht aus dem Lukas-Evangelium, das die Aussendung von 72 Jüngern durch Jesus beschreibt (Lk 10,1-24). Kern der Botschaft sei der Frieden Christi, der in den Häusern der Menschen Anklang finden soll.
„Der darin enthaltene Gruß ‘Der Friede sei mit dir‘ oder ’Der Friede sei mit euch‘ sei der Auftrag Jesu an seine Jünger, die Frohe Botschaft zu verkünden“, sagte Ostholthoff. In diesem Sinn sei auch die Sendung der Pilger zu verstehen.
Prominente Spender für den Sudan
Matthias Garsche hat auch eine besondere Mission im Gepäck: die Unterstützung der Initiative „Haltern hilft – Sudan“. Mit dieser Aktion hat die Pfarrei St. Sixtus eine Solidarität für die Menschen im Sudan in Gang gesetzt, um die vertriebenen Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Spendenaktion brachte bislang mehr als 70.000 Euro ein. Und auch die Pilgertour wird diese Sudan-Hilfe unterstützen.
Bislang unterstützen mehr als hundert Gemeindemitglieder die Radfahrt mit Spenden. Rund 10.000 Euro hat Garsche bislang an Zusagen bekommen. „Während der Planungen hatte ich beschlossen, aus der Tour eine Spendenfahrt zu machen“, sagte er. „Wer Lust hat, kann pro Kilometer, den ich fahre, einen selbst gewählten Betrag spenden.“ Wie Ostholthoff bemerkte, hätten sich auch einige prominente Spender in die Liste eingetragen wie Bischof em. Felix Genn und Diözesan-Administrator Antonius Hamers.
Hundert Briefmarken mit im Gepäck
Die Anschriften der Sponsoren hat Matthias Garsche mit ins Gepäck genommen wie auch hundert Briefmarken, die er von Pfarrer Ostholthoff während der Erteilung des Reisesegens erhielt. Denn eine Zusage haben die Spenderinnen und Spender bekommen: Sie alle sollen von ihm eine Postkarte erhalten – abgeschickt aus einem Ort der Pilgertour.