ERMITTLUNGEN

Orthodoxer Metropolit mit Drogen erwischt – nun reagiert die Kirche

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Hilarion war lange Jahre "Außenminister" der russisch-orthodoxen Kirche. Was die Polizei fand und wie es für ihn weitergeht.

Von KNA

Nach einem Polizeigewahrsam in Tschechien wegen Verdachts auf Drogenbesitz versetzt die russisch-orthodoxe Kirche ihren früheren Außenamtschef. Metropolit Hilarion Alfejew sei künftig für zwei Gemeinden im Süden Brasiliens zuständig, teilt das Moskauer Patriarchat mit. Grund der Entscheidung von Patriarch Kyrill sei, dass der 59-Jährige seine Tätigkeit in Karlovy Vary (Karlsbad) "aus objektiven Gründen" nicht fortsetzen könne.

Die Polizei bestätigt derweil der Zeitung "Denik N", bei der weißen Substanz, die bei einer Kontrolle im Auto des Metropoliten gefunden wurde, handle es sich um Kokain. Nach zwei Tagen in Gewahrsam kam Hilarion Ende Mai wieder auf freien Fuß und kehrte umgehend nach Russland zurück.

Hilarion bestreitet die Tat

Er bestreitet, Drogen besessen oder transportiert zu haben, und spricht von einer Provokation. Die Polizei untersucht den Fall weiter. Bislang wurde niemand angeklagt.

Hilarion leitete von 2009 bis 2022 das Außenamt des Moskauer Patriarchats und pflegte enge Kontakte zu den Päpsten Benedikt XVI. und Franziskus. Nach kritischen Äußerungen zur Rolle seiner Kirche im Ukraine-Krieg wurde er 2022 der Funktion enthoben und zum Metropoliten von Budapest und Ungarn ernannt. Angesichts von Missbrauchsvorwürfen wurde er 2024 auch von der Leitung der Diözese entbunden und in den Ruhestand versetzt. Die Kirchenleitung entsandte ihn zum Dienst nach Karlsbad.

Hilarion mit Eigen-PR

Der Metropolit sucht derweil den Eindruck zu untermauern, Kyrill I. stehe zu ihm. In seinem Telegram-Kanal veröffentlichte Hilarion jüngst ein Foto, das ihn bei einem gemeinsamen Gottesdienst neben dem Kirchenoberhaupt zeigt.

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