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Kürzlich erschien das Buch des verstorbenen Papstes auf Russisch. Stellen, an denen er sich mit queeren Menschen befasst, wurden offenbar geschwärzt.
Die russischsprachige Ausgabe von Papst Franziskus’ Autobiographie „Hoffe“ ist mutmaßlich zensiert worden. Bilder von Seiten mit geschwärzten Passagen, die ursprünglich vom Moskauer Buchladen „Primus Versus“ stammen, veröffentlichte die belarussische Theologin und Menschenrechtlerin Natallia Vasilevich auf ihrem Telegram-Kanal. Der russische Verlag „Alpina“ hatte die Übersetzung im Juli dieses Jahres herausgebracht.
Kritik an Strafbarkeit von Homosexualität
Laut Vasilevich berichtet Franziskus in den geschwärzten Passagen der Memoiren unter anderem über seine Begegnungen mit trans Personen und verteidigt die vatikanische Erklärung „Fiducia supplicans“. Rom hatte mit dem Dokument 2023 erstmals die Möglichkeit von Segnungen für „Paare in irregulären Situationen und gleichgeschlechtliche Paare“ eröffnet.
Darüber hinaus kritisiert Franziskus dort die Strafbarkeit von Homosexualität in vielen Ländern: Sie sei „kein Verbrechen, sondern eine Tatsache des Menschseins“. Die Kirche könne angesichts dieser „verbrecherischen Ungerechtigkeit“ nicht die Augen verschließen oder sich kleinmütig verhalten.
Vorgehen gegen Homosexuelle
In der Russischen Föderation ist Homosexualität zwar nicht strafbar. 2013 beschloss die Staatsduma jedoch ein Gesetz, das die „Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen“ untersagt.
Franziskus’ Autobiographie mit dem italienischen Originaltitel „Spera“ erschien im Januar 2025 zeitgleich in 80 Ländern. Der Argentinier war damit der erste Papst, der noch zu Lebzeiten Memoiren veröffentlichte. Auf etwa 370 Seiten schildert er neben seiner Familiengeschichte und seinem Lebensweg auch seine Position zu Themen wie Krieg, Migration, Umwelt oder Kirchenpolitik.
Weitere Passagen
Inzwischen hat Vasilevich auf ihrem Telegram-Kanal öffentlich gemacht, dass offenbar auch in der E-Book-Version der russischsprachigen Ausgabe von „Hoffe“ Passagen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zensiert wurden. Darin bezeichnet Franziskus den Überfall im Februar 2022 als Teil des „Dritten Weltkrieges in Stücken“ und schildert seine Bemühungen um eine diplomatische Lösung. | ber
Update, 19. August, 09.39 Uhr: Kasten ergänzt.