SACHSEN-ANHALT

Nach der Wahl: Zivilgesellschaftlicher Katastrophenschutz nötiger denn je

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Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist vorbei – die AfD ist die stärkste Kraft. Was Christen jetzt machen können, erklärt Tobias Kläden.

Ich schreibe diesen Kommentar am Donnerstag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September und kenne das Wahlergebnis noch nicht. Eine absolute Mehrheit der AfD im Magdeburger Landtag – und damit eine Landesregierung unter einem AfD-Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund – liegt vollkommen im Bereich des Möglichen. Sollte dies nicht Wirklichkeit werden – was ich hoffe –, wäre es jedoch überhaupt kein Grund, erleichtert aufzuatmen und zu sagen: „Es ist noch einmal gutgegangen.“

Denn ganz unabhängig vom Wahlausgang in Sachsen-Anhalt: Dass die AfD in Ländern oder im Bund Regierungen übernimmt oder zumindest an ihr beteiligt wird, ist für die Zukunft ein völlig realistisches Szenario – schließlich liegt sie in den Wahlumfragen auch auf Bundesebene unangefochten auf dem Spitzenplatz und arbeitet ihrerseits auf die Übernahme der Bundesregierung 2029 hin.

AfD plant autoritären Umbau des Staates

Der Autor:
Tobias Kläden, Theologe und Psychologe, ist Referent für Evangelisierung und Gesellschaft bei der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) der Deutschen Bischofskonferenz in Erfurt.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die AfD als rechtsextreme Partei einen autoritären Umbau des Staates mit formal demokratischen Mitteln plant. Vieles davon wird leise, langweilig, im Hintergrund, als Umstrukturierung, als unscheinbarer Aktenvermerk geschehen.

Dass ihre völkisch-nationalistische und im Übrigen auch antikirchliche Agenda aus christlicher Perspektive keine Unterstützung verdient, ist ebenso völlig klar. Die deutschen Bischöfe haben sich dazu in ihrer „Erklärung „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ 2024 eindeutig und unmissverständlich geäußert.

Einsatz für eine stabile Demokratie

Die Erklärung der deutschen Bischöfe zum völkischen Nationalismus zum Herunterladen.

Es geht also darum, dass wir uns als Christinnen und Christen klar positionieren – und gleichzeitig als Gemeinwesen präventiv vorbereiten auf den zukünftig wahrscheinlichen Einfluss der AfD. Es braucht einen zivilgesellschaftlichen Katastrophenschutz, der dann funktioniert, wenn man den Ernstfall durchspielt, bevor er eintritt. Jede und jeder kann dazu beitragen, unsere demokratische Lebensform zu bewahren.

Die Zivilgesellschaft – ein Begriff, der von der AfD spöttisch verwendet wird – benötigt, besonders im Osten Deutschlands, konkrete Solidarität. Unterstützen Sie Vereine, Initiativen, Organisationen, Stiftungen und Medien, in denen sich die Menschen für eine funktionierende und stabile Demokratie einsetzen! Nur zwei Beispiele: die Amadeu Antonio Stiftung oder das Bündnis „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“.

Lassen Sie uns also Hoffnung bewahren: unseren Werten vertrauen und nach ihnen leben, auch wenn wir den Ausgang nicht kennen.

In unseren Gastkommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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