Pastoralreferent Werner Heckmann hält Instruktion für realitätsfern und nicht zukunftsfähig

Saerbecker Gemeindeleiter ruft zu Widerspruch gegen Vatikan-Papier auf

Pastoralreferent Werner Heckmann hält die jüngst veröffentlichte Instruktion aus dem Vatikan für realitätsfern und „nicht zukunftsfähig“. Er selbst ist seit zwei Wochen pastoraler Leiter einer Pfarrei in Saerbeck - neben Pater Hans Michael Hürter, der Pfarrverwalter in der Pfarrei ist.

Herr Heckmann, vor zwei Wochen sind Sie als Pastoralreferent mit der pastoralen Leitung der Pfarrei St. Georg in Saerbeck beauftragt worden. Nun kommt ein Machtwort aus dem Vatikan, das die Mitwirkung von Laien an der Gemeindeleitung untersagt. Wie haben Sie die vatikanische Instruktion aufgenommen?

Ach, ich bedauere dieses Schreiben sehr, nehme es aber nicht persönlich. Das sage ich augenzwinkernd. Allerdings bezieht die Instruktion sich tatsächlich mit keinem Wort auf all die gelungenen Wege der Gemeindeleitung durch Laien in unserer Weltkirche: in Frankreich, in der Schweiz oder in deutschen Bistümern.

Pater Hans Michael Hürter, der viele Jahre in Ruanda gearbeitet hat, sagte: „Diese Modelle sind dort schon selbstverständlich und gut erprobt.“ Diese Erfahrungen ganz zu ignorieren und nicht zu würdigen, ist kein guter Stil.

Welche Konsequenzen kann die Instruktion für das „Saerbecker Modell“ haben?

Warten wir ab. Ich bin ja selbst auch im Diözesanrat, in dem wir die neuen Leitungsmodelle für unser Bistum Münster beraten haben, und der Bischof hat sie in Kraft gesetzt. Jetzt ist er in einem Dilemma. Die Spannung liegt ja in den beiden Loyalitäten gegenüber dieser Instruktion und den neuen Leitungsmodellen für unser Bistum. Die sind, das muss man wohl klar konstatieren, von dem Papier aus Rom nicht gedeckt. Nun, ich gebe unserem Bischof natürlich hier keine Ratschläge. Aber ich habe großes Vertrauen, dass er das gut handhaben wird.

Welche Reaktionen auf die vatikanische Instruktion wünschen Sie von den Laien, den Priestern und den Bischöfen?

Widerspruch! Uns allen, auch dem Papst, geht es doch um lebendige Kirchen vor Ort und um einen Gott für die Menschen. Und bei allem Respekt: Dieses Schreiben aus Rom ist einfach nicht zukunftsfähig. Denn die Anzahl der Priester, die es dafür in unserem Bistum Münster bräuchte, gibt es ja gar nicht.