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Der höchste Kirchturm der Welt steht nun in Barcelona, nicht mehr in Ulm. Doch die Kirche Sagrada Familia ist noch immer nicht fertig.
Leo XIV. hat den höchsten Kirchturm der Welt eingeweiht: Der Papst segnete am Mittwochabend den 172,5 Meter hohen Christusturm der Basilika Sagrada Família in Barcelona. Der 10. Juni ist der 100. Todestag von Antoni Gaudí (1852-1926), Baumeister des Wahrzeichens der katalanischen Hauptstadt.
Den 18. Turm des Monumentalbauwerks krönt ein fast 100 Tonnen schweres Kreuz aus Stahl und Glas, gefertigt von einem Stahlbauunternehmen in Gundelfingen in Bayern. Mit dem begehbaren Kreuz überragt die Kirche das Ulmer Münster, das mehr als 135 Jahre den höchsten Kirchturm der Welt vorweisen konnte, um rund elf Meter. Für die Öffentlichkeit soll das Kreuz ab 2027 zugänglich sein.
Seit 1882 im Bau
Mit dem Bau der Kirche Sagrada Família wurde 1882 begonnen. Architekt Gaudí starb nach 40 Jahren Arbeit nach einem Straßenbahn-Unfall nahe der Baustelle. Seit 2000 läuft für ihn ein Seligsprechungsverfahren. Die Fertigstellung des Gotteshauses, seit 2005 Unesco-Welterbe, soll in den 2030er Jahren erfolgen. Benedikt XVI. hatte das Gotteshaus 2010 in den Rang einer Basilika erhoben.
Vor der Segnung hatte Leo XIV. eine Messe in der Kirche gefeiert, an der auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia sowie Ministerpräsident Pedro Sánchez teilnahmen. Zudem besuchte er die Krypta mit dem Grab Gaudís. In seiner Predigt sagte der Papst, das Gotteshaus sei ein "sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen".
Der Auftrag der Basilika
Die Sagrada Família sei "weit mehr als ein Denkmal; sie ist bis heute ein Bauwerk im Entstehen, das uns daran erinnert, dass das christliche Leben stets ein Weg ist, denn es handelt sich um ein Projekt, das Gott verwirklicht". Die Unvollkommenheit der weiter im Bau befindlichen Kirche sei "kein Mangel, denn sie zeugt von einer Sehnsucht; sie bedeutet nicht ein Fehlen von etwas, sondern drückt ein Versprechen aus, das wir konsequent einhalten wollen".
Der Papst forderte zudem mehr Aufmerksamkeit für die armen und leidenden Menschen auf der Welt. Das Kreuz auf der Spitze des Christusturms sei auch "das Kreuz der Letzten, die die Ersten werden, der Sünder, die Heilige werden, der Toten, die auferstehen werden".