Ordensleute geben Kloster und Pfarrei im Oldenburger Land auf

Salesianer schließen ihre Jugendbildungsstätte in Calhorn

Die Salesianer Don Boscos werden im nächsten Jahr am 31. Juli ihre Niederlassung in Calhorn bei Essen (Oldb.) schließen. Das teilte der Provinzial der deutschen Ordensprovinz, Pater Reinhard Gesing, jetzt mit. Die Salesianer betreiben in dem kleinen Ort im Kreis Cloppenburg seit 1974 eine Jugendbildungsstätte, die auch überregional eine große Ausstrahlung hat.

Die Gründe für die Schließung sind für den Provinzial der deutschen Salesianer, Pater Reinhard Gesing, klar: zu wenig Nachwuchs im Orden und zu viel Konkurrenz in der Region. Bundesweit zählen die Salesianer nach eigenen Angaben 240 Ordensleute in 30 Niederlassungen. Zur Gemeinschaft in Calhorn gehören sechs Ordensleute. Außerdem sind dort neun Angestellte und zwei Freiwilligendienstler beschäftigt; sie seien frühzeitig informiert worden, sagte Pater Gesing.

Theising: „Lücke kann nicht einfach geschlossen werden“

Gesing betonte, ähnliche Häuser für Jugendliche werde es in der Region auch künftig geben, etwa im Jugendhof des BDKJ in Vechta. Für ihn sind das „Angebote, gegen die wir nicht konkurrieren können und wollen.“ Der BDKJ-Jugendhof ist eine Einrichtung des Bischöflichen Offizialates; er bekommt für den laufenden Betrieb und für Investitionen Zuschüsse aus Kirchensteuern – Calhorn ist auf Eigenmittel angewiesen.

Weihbischof Wilfried Theising, Bischöflicher Offizial in Vechta, zeigte sich in einer ersten Stellungnahme „wehmütig“. Der Abzug der Salesianer sei „die Aufgabe eines bedeutenden geistlichen Ortes im Oldenburger Land“. Theising zeigte Verständnis für die Gründe der Ordensleitung, doch werden die Salesianer nach seinen Worten „eine Lücke hinterlassen, die nicht einfach geschlossen werden kann.“ Denn das Haus Don Bosco in Calhorn sei für Generationen von Jugendlichen „eine geistliche Heimat und ein glaubensprägender Ort“ gewesen.

Pfarrei in Essen verliert ihren Pfarrer

Die Schließung Calhorns bedeutet auch einen Einschnitt für die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus in Essen (Oldb.), auf deren Gebiet die Bildungsstätte liegt. Pater Bernhard Seggewiß ist Direktor der Ordensniederlassung und zugleich Pfarrer der Gemeinde. Er sei „erschüttert, sehr traurig und dankbar für die vielen mitfühlenden Reaktionen“, sagte er im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ . Weihbischof Theising habe ihm zugesagt, dass die Gemeinde im kommenden Sommer wieder einen eigenen Pfarrer bekomme.