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Emotional ging es im Pfarrsaal der St.-Antonius-Kirche in Münster zu. Das Bistum verspricht, mit den Beteiligten nach Lösungen zu suchen.
Die Stuhlreihen im Pfarrsaal der St.-Antonius-Kirche in Münster reichten längst nicht aus. Etwa 200 Gemeindemitglieder waren gekommen, viele mit Fragen, mit Sorgen – und mit dem Gefühl, in Entscheidungen nicht eingebunden worden zu sein. „Wir wollen hierbleiben“, erklärte ein Mitglied der spanischsprachigen Gemeinde, wie die Bischöfliche Pressestelle berichtet.
Anlass für die Gemeindeversammlung am Mittwoch, 20. Mai, war der geplante Verkauf der St.-Antonius-Kirche in Münster an die koptisch-orthodoxe Gemeinde. Die Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd möchte das denkmalgeschützte Gotteshaus zum symbolischen Preis von einem Euro abgeben. Ein unterschriebener Kaufvertrag liegt nach Angaben der Verantwortlichen noch nicht vor. Als möglicher Termin für die Übergabe steht der 1. Oktober im Raum.
St.-Antonius-Kirche: Gemeinden erfahren durch Medien von Verkauf
Im Mittelpunkt der Diskussion, moderiert von Julia Geppert aus der Stabsstelle Kommunikation des Bistums, standen vor allem die vier Gemeinden anderer Sprachen und Riten, die die St.-Antonius-Kirche seit Jahren nutzen: die polnische, spanischsprachige, eritreische und tamilische Gemeinde. Viele kritisierten, erst durch die Berichterstattung in den Medien von den Verkaufsplänen erfahren zu haben.
Die Fragen beantworteten Pfarrer Hans-Bernd Köppen, Pastoralreferentin Imke Sievers als Leiterin des Seelsorgeteams der Pfarrei und Verwaltungsleiter Ulrich Fiege für die Kirchengemeinde und den Pastoralen Raum Münster-Mitte. Für das Bistum standen Joana Gewand, Referentin für Gemeinden anderer Sprachen und Riten, Friederike Bude, Leiterin des Fachbereichs „Kirche in Gesellschaft“, und Detlef Waldmann aus der Bauabteilung der Bistumsverwaltung Rede und Antwort.
Gefühl mangelnder Beteiligung
Imke Sievers bat während des Abends um Entschuldigung für Fehler und Versäumnisse in der Kommunikation zwischen den Beteiligten. „Wir nehmen sehr ernst wahr, dass vieles an dieser Stelle nicht hilfreich war und dass im Prozess nicht empathisch genug darauf geschaut worden ist, was Sie beschäftigt“, sagte Sievers. Zugleich warb sie um die Bereitschaft zum weiteren Dialog. Man wolle „nach vorne schauen“ und gemeinsam „auf Augenhöhe“ im Gespräch bleiben.
Immer wieder ging es den Mitgliedern der Gemeinden um das Gefühl mangelnder Beteiligung. Sie berichteten, die Antonius-Kirche sei für sie weit mehr als nur ein Gebäude. Sie sei Ort von Glauben, Gemeinschaft und Integration – gerade für Menschen mit Migrationsgeschichte. „Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Heimat gefunden“, sagte eine Frau aus der spanischsprachigen Gemeinde. Hinzu komme, dass die Kirche zentral liege, für viele Menschen gut erreichbar sei und seit Jahrzehnten ein Ort internationaler katholischer Gemeinschaft sei. Ein Vertreter der polnischen Gemeinde bekräftigte: „Wir möchten als Gemeinschaft zusammenbleiben und nicht irgendwo nur Gäste sein.“