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"Jedermann"-Darsteller: Menschen verabschieden sich allzu leicht von Religion

Schauspieler Lars Eidinger: Glaube keinem, nicht zu glauben

  • Schauspieler Lars Eidinger sieht es als ein "Phänomen unserer Zeit", sich allzu leicht von Religion zu verabschieden.
  • "Es ist zu einfach zu sagen: Ich glaube nicht", sagte er.
  • Dennoch beschäftigten Religion, Glaube und Sinnsuche die Menschen seit jeher.
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Schauspieler Lars Eidinger sieht es als ein "Phänomen unserer Zeit", sich allzu leicht von Religion zu verabschieden. "Es ist zu einfach zu sagen: Ich glaube nicht", sagte er bei einem Künstlergespräch der Salzburger Hochschulwochen. Er selbst sei zwar aus der Kirche ausgetreten und verstehe, dass man sich von der Institution distanziere. Dennoch beschäftigten Religion, Glaube und Sinnsuche die Menschen seit jeher.

Wenig Hoffnung macht sich der Künstler, der derzeit den "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen darstellt, auf positive gesellschaftliche Veränderungen: "Ich habe den Glauben an den Menschen verloren und empfinde die Zeiten als dystopisch." Zugleich wachse aber aktuell eine Generation heran, die ein neues Bewusstsein habe und anderen Menschen unvoreingenommener begegne.

"Die Leute beziehen den Jedermann nicht auf sich"

Er wolle mit dem "Jedermann" nicht die Welt retten oder Salzburg missionieren, so Eidinger. Er stehe auf der Bühne, um sich selbst und sein Dasein zu verstehen.

Zugleich habe er den Eindruck, viele Menschen bezögen das Stück nicht auf sich: "Der Jedermann ist eine allegorische Figur, mit der jedermann gemeint ist." Nach der Aufführung gingen viele Besuchende trotzdem achtlos an den Bettlern im Stadtzentrum vorbei: "Wir schaffen es nicht die Transferleistung zu erbringen, das Gesehene auf unser Leben anzuwenden."

UPDATE: Zitate mussten korrigiert werden
Die Zitate im Text wurden nach Erstveröffentlichung durch den Veranstalter präzisiert. Sie sind korrigiert. Das Zitat der Überschrift ist offenbar so nicht gefallen. Aus technischen Gründen kann die Redaktion dort keine Anpassung vornehmen. | jjo.

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