Spekulationen um Abtei Mariawald in der Eifel

Schließt das einzige Trappistenkloster in Deutschland?

Geht das Klostersterben in Deutschland weiter? Nachdem erst im Herbst 2017 die traditionsreiche Zisterzienser-Abtei Himmerod aufgelöst wurde, scheint nun auch die Trappisten-Abtei Mariawald bei Heimbach in der Eifel nach 500 Jahren vor dem Ende zu stehen. Verschiedene Medien hatten in den letzten Tagen berichtet, die einzige männliche Trappisten-Gemeinschaft in Deutschland würde womöglich aufgelöst.

Die nach der Regel des heiligen Benedikt lebenden Mönche zählen mit den Kartäusern zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Die Spiritualität der Trappisten ist vor allem durch  zahlreiche, häufig schon zu Nachtzeiten beginnende Gottesdienste, Stille und Schweigen sowie einen sehr einfachen Lebensstil geprägt.

Abt trat schon 2016 zurück

Die Trappisten-Abtei MariawaldDie Trappisten-Abtei Mariawald bei Heimbach (Kreis Düren). | Foto: Markus Nolte

Im Oktober 2016 war bereits der Abt von Mariawald, Josef Vollberg, zurückgetreten. Dem nach seinen Angaben „freien Entscheid“ war im Frühjahr eine Visitation durch zwei Äbte anderer Trappisten-Klöster vorangegangen. Nach dem Rücktritt des Oberen von Mariawald wurde die Leitung der Gemeinschaft Abt Bernardus Peeters von der niederländischen Abtei Koningshoeven übertragen, Pater Josef wurde sein Stellvertreter.

Zu Fragen von „Kirche-und-Leben.de“ wollte Abt Bernardus sich an diesem Montag nicht äußern, kündigte aber für den 23. Januar Antworten an. Dann soll es auch eine offizielle Stellungnahme geben. Das Bistum Aachen, in dessen Territorium die Abtei Mariawald liegt, erklärte auf Anfrage, wegen der Selbstständigkeit benediktinischer Abteien nicht zuständig zu sein, und verwies auf die Abtei Koningshoeven. Medienberichte hatten gleichwohl spekuliert, die Gebäude des Klosters könnten an das Bistum Aachen übergehen.

Rückkehr zum alten Ritus

Nachfragen in mehreren benediktinischen Klöstern in Nordrhein-Westfalen ergeben, dass die Abtei Mariawald offenbar in einer schwierigen Situation ist. Die Gemeinschaft hatte Josef Vollberg 2006 zu ihrem Abt gewählt, ein Jahr zuvor hatte er die Priesterweihe empfangen. 2008 sorgte die Abtei für Aufsehen, weil Papst Benedikt XVI. ihr das Privileg zubilligte, ihre Gottesdienste im vorkonziliaren Ritus zu feiern.

Dies galt jedoch offenbar nur für einen kleineren Teil der Gemeinschaft wie auch den Abt, sodass der Konvent letztlich geteilt war, wie die Visitation 2016 feststellte. Zudem gehörten weniger als zwölf Mönche zu Mariawald – die für eine eigenständige Abtei nötige Mindestzahl.

Die Trappisten
Um das Jahr 1600 gab es Bestrebungen im Zisterzienserorden – dem ersten Reformorden der Benediktiner –, erneut zu den ursprünglichen Idealen zurückzukehren. Daraus entstand die so genannte „Observanz“-Bewegung, ausgehend von der westlich von Paris gelegenen französischen Abtei La Trappe, und ihrem Abt Jean-Armand de Rancé. Von diesem Ort leitet sich der gängige Begriff „Trappisten“ ab. Als sein Kloster während der Französischen Revolution aufgehoben wurde, flüchteten die Mönche und gründeten mehr oder weniger offiziell zwischen Russland und Amerika neue Gemeinschaften der „Zisterzienser von der strengen Observanz“, wie die Trappisten offiziell genannt werden. Papst Leo  XIII. trennte diesen Orden 1892 formell von den Zisterziensern ab. Weltweit gehören ihm heute rund 170 Klöster mit rund 4000 Mönchen und Nonnen an. In Deutschland existieren neben der Abtei Mariawald noch zwei Trappistinnen-Klöster: Die von Mariawald aus gegründete Abtei Maria Frieden in Dahlem (Kreis Euskirchen) und das Kloster Gethsemani in Dannenfels bei Worms. mn