Begegnung in Kalkutta mit Ordensoberin Schwester Mary Prema aus Reken

Schüler aus Borken-Burlo in Indien auf Mutter Teresas Spuren

Die 18 Schüler und Abiturienten des Gymnasiums der Oblaten-Missionare in Borken-Burlo haben viel über ihre Reise zu erzählen. Drei Wochen waren sie mit drei erwachsenen Betreuern in Indien. „Viele von uns haben sich verändert, viele von uns sind gewachsen“, sagt der 18-jährige Fabian Nienhaus. Zusammen mit seinen beiden 17-jährigen Mitschülerinnen Maxi Schwarz und Sophia Ebbing berichtet er in der vollbesetzten Aula allen Schülern des Gymnasiums von den erlebnisreichen Tagen.

„Es ist beeindruckend, was die Missionarinnen der Nächstenliebe tun“, sagt Maxi Schwarz über die Begegnung mit dem von Mutter Teresa gegründeten Orden in Kalkutta. Die Schüler besuchten das Mutterhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe und die Waisenhäuser für Kinder mit und ohne Behinderung, in denen die Schwestern wirken.

Andacht am Grab von Mutter Teresa

Die zweite Nachfolgerin von Mutter Teresa, Schwester Mary Prema Pierick, berichtete über die Arbeit der Schwestern in den Slums und in den Einrichtungen des Ordens. Seit acht Jahren leitet die aus dem münsterländischen Reken stammende Generaloberin den Orden.

Die Gruppe von Schülern des Gymnasiums Mariengarden, Burlo, mit Schwester Mary Prema.Die Gruppe von Schülern des Gymnasiums Mariengarden, Burlo, mit Schwester Mary Prema. | Foto: Privat

Sie erzählte vom Leben der im vergangenen Jahr von Papst Franziskus heiliggesprochenen Mutter Teresa und zeigte den Schülern das Grab von Mutter Teresa im Mutterhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe. Auf ihrem Grabstein stehen die Worte Jesu: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ Diese Liebe sei der Lebensweg von Mutter Teresa gewesen, sagte die Generaloberin und erklärte das Leben der Heiligen mit einem Satz von ihr: „Den Ärmsten der Armen kann ich nur dienen, indem ich mich unter sie beuge, so lebe wie sie und bereit bin, dieselbe Armut zu verstehen.“

Schulen auf dem Land besucht

In Kalkutta erlebten die Schüler das Leben in den Slums, aber auch die Attraktionen dieser Stadt wie den imposanten Blumenmarkt und den Kalighat-Tempel. Auf dem Reiseprogramm standen der Besuch zweier Ordensschulen der Oblaten in den ländlichen Orten Gazna und Bashirat, um einen Einblick in die Arbeit von Missionaren und in die Lebensumstände der ärmeren Landbevölkerung zu bekommen. Etwa zwei Wochen verbrachten die Schüler in zwei unterschiedlichen Schulen im Südosten des Landes. In Aktionen mit indischen Schülern verbrachte die Borkener Gruppe Freizeiten in Tanz, Sport, und Theater.

Schon im Vorfeld ihrer Reise hatten die Schüler Spendenaktionen wie einen Indien-Abend und einen Adventsmarkt organisiert, um ein Haus für Internatsschüler renovieren zu können. In diesem gab es bislang keine Matratzen – die Kinder schliefen auf ihren Eisenbetten –, keine Stühle und keine Kleiderschränke. Insgesamt 30 000 Euro kamen für die sozialen Projekte in Indien zusammen.

Persönlichkeit der Jugendlichen stärken

Maßgeblich organisiert hatte die Fahrt der Deutsch- und Sportlehrer Christian Reisener. Mit den Eindrücken sollten die Schüler „über den eigenen Tellerrand hinausschauen und in ihrer eigenen Persönlichkeit gestärkt werden“, sagt Reisener. Eine solche Reise könne die Selbstständigkeit der Jugendlichen fördern und eine Orientierung für den weiteren Lebensweg sein.

Auch Schulleiter Michael Brands möchte solche Reisen weiter fördern: „Die Schüler erweitern ihren Horizont und lernen andere Lebensumstände kennen. Sie erleben, wie wichtig es ist, sozial zu handeln und zu teilen“, betont er.