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Deutsches Rettungsschiff „Alan Kurdi“ rettet 90 Bootsflüchtlinge

Sea-Eye-Rettungsaktion von libyscher Küstenwache mit Waffen bedroht

Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ ist nach eigenen Angaben bei einer Bergungsaktion von der libyschen Küstenwache massiv bedroht worden.

Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ ist nach eigenen Angaben bei einer Bergungsaktion von der libyschen Küstenwache massiv bedroht worden. Mehrere libysche Boote versuchten, die Rettung von rund 90 Migranten aus einem Schlauchboot zu behindern, wie der Sprecher der Betreiberorganisation Sea-Eye, Gordon Isler, berichtete. Demnach feuerten die Milizen auch Warnschüsse ab. Der Vorfall ereignete sich etwa 30 Seemeilen nordöstlich der libyschen Hafenstadt Zuwari.

Nach Angaben des Sprechers hatte Sea-Eye am Vormittag einen Notruf empfangen und diesen auch an die libyschen Behörden weitergeleitet. Während der Evakuierungsaktion seien drei Milizboote „libysch beflaggt, ohne weitere Kennung, schwer bewaffnet mit Maschinengewehren“ erschienen. Im weiteren Verlauf hätten die Libyer die Fortsetzung der Bergung verboten. „Die Lage eskalierte immer weiter. Es gab Drohungen gegen unsere Crew, dass das Bordgeschütz bereit ist“, sagte Isler der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Gewehre auf Menschen gerichtet

Die Küstenwache habe Warnschüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben. „Die Maschinengewehre waren auf die Menschen im Wasser gerichtet“, sagte Isler. Einige Schwimmende seien zwischen das Schlauchboot und die „Alan Kurdi“ geraten.

Inzwischen befänden sich alle Migranten sicher an Bord. „Die 17 Crewmitglieder sind in Sicherheit, die Milizen sind inzwischen abgezogen“, sagte Isler. Von den Geretteten sei „fast niemand schwer verletzt“. Das Schiff habe Kurs nach Norden gesetzt.

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