HOMOSEXUALITÄT (LGBTQ*)

Segnungen: Mitverfasser verteidigt Handreichung gegen Angriffe

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Der ehemalige Ordenspriester Stefan Diefenbach war am Dokument „Segen gibt der Liebe Kraft“ beteiligt. Was er den Kritikern entgegnet.

Von KNA

Stefan Diefenbach, Mitautor der Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“, hat das Dokument gegen die anhaltende Kritik verteidigt. Gegenüber katholisch.de bezeichnete der ehemalige Ordenspriester die Erarbeitung des Textes als den Versuch einer „Quadratur des Kreises“, um die Beschlüsse des Reformprozesses Synodaler Weg in Deutschland mit den vatikanischen Vorgaben der Erklärung „Fiducia supplicans“ zu vereinbaren.

Diefenbach zeigte sich verwundert über die Heftigkeit der Kritik an der von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gemeinsam veröffentlichten Handreichung. Er frage sich, ob die Kritiker den Text „wirklich ernsthaft, unvoreingenommen und wohlwollend gelesen haben“.

Darin werde explizit darauf hingewiesen, „dass der Segen mit großer Freiheit und Spontaneität gespendet wird, dass keine approbierten liturgischen Feiern und Gebete vorgesehen sind und es keine Verwechslung mit einer gottesdienstlichen Feier des Ehesakraments geben soll“, so der Theologe. Das werde von den Kritikern jedoch oft ignoriert.

Kein „En-passant-Segen“

Besonders deutlich widersprach Diefenbach der vom Vatikan genannten Dauer von 10 bis 15 Sekunden für solche Segnungen. Natürlich gehe das, was in der Handreichung beschrieben werde, über einen „En-passant-Segen“ hinaus: „Aber die Frage ist, ob so ein Segen wirklich der Entscheidung gerecht wird, die Paare treffen, wenn sie ihr Leben miteinander gestalten, gegenseitig Verantwortung übernehmen und das Ganze unter den Schutz Gottes stellen wollen“, sagte Diefenbach.

Ein Segen dürfe den Paaren nicht einfach „hingeworfen" werden; Vorbereitung und Gespräch seien essenziell. „‚Segen‘ und ‚nicht-feierlich‘ ist ein Widerspruch in sich!“, sagte der Theologe. Für ihn handle es sich dabei selbstverständlich um Liturgie, auch wenn keine offiziell approbierten Texte verwendet würden.

Diefenbach plädierte für eine Weiterentwicklung der kirchlichen Haltung durch die Praxis: „Manchmal muss die Pastoral auch voranschreiten und Neuland erkunden, die Lehre folgt nach.“ Die Forderung, dass stets alles sofort mit der Tradition übereinstimmen müsse, bezeichnete er als „ein bisschen kalt“. Auch pastorale Erfahrungen sollten mit einbezogen werden. Ziel der Handreichung sei zudem gewesen, Segnungen auch für queere oder wiederverheiratet geschiedene Paare aus der Grauzone herauszuholen und den Seelsorgern Orientierung zu bieten.

Änderungen nach vatikanischer Intervention

Wie der Mitautor erklärte, wurde der Text aufgrund der Kritik vom Präfekten des Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Manuel Fernández, vor der Veröffentlichung bereits überarbeitet. Dabei sei unter anderem das Wort „Segensfeier" an vielen Stellen gestrichen worden, da dies für den Vatikan offenbar ein „Triggerwort" darstelle. Auch ein ursprünglich enthaltener Vorschlag für einen liturgischen Ablauf sei gestrichen worden.

Mit Blick auf zukünftige Gespräche zwischen der DBK und dem Vatikan äußerte Diefenbach die Hoffnung, dass die Bischöfe zu ihrem Beschluss stehen und ihre Überzeugungen durchhalten. Er hoffe auf einen Dialog, in dem die besseren Argumente überzeugen.

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