HOMOSEXUALITÄT

Segensfeiern: Vatikan setzt auf Dialog mit deutschen Bischöfen

Anzeige

Nach dem Chef des Glaubensdikasteriums äußert sich auf Anfrage auch Kardinal Pietro Parolin. Was denkt er über Sanktionen?

In der Diskussion um katholische Segnungsfeiern in Deutschland setzt der Chefdiplomat des Vatikans auf Dialog. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sagte laut „Vatican News“ auf Journalistenfragen in Rom, man habe „bereits seit einiger Zeit einen Dialog begonnen und dabei jeweils unsere Sichtweisen dargelegt“. Man werde sehen, was geschieht. 

Er sehe derzeit keine Notwendigkeit, dass der Heilige Stuhl gegen die deutschen Bischöfe wegen einer Handreichung zur Segnung unter anderem von homosexuellen Paaren eingreifen müsse. Das sei „verfrüht“, so Parolin. Er halte es für möglich, „eine Lösung zu finden“, die die unterschiedlichen Auffassungen zusammenführe. Das gelte auch für das „Thema der Synodalität". Die Hoffnung sei, „niemals zu Sanktionen greifen zu müssen, sondern die Probleme friedlich lösen zu können, wie es in der Kirche sein sollte“.

Der Hintergrund

Die betreffende Segens-Handreichung hatten die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken am 23. April 2025 auf der Grundlage eines Beschlusses des Synodalen Weges vorgelegt. Im Vorfeld gab es einen Briefwechsel zwischen dem für Liturgiefragen zuständigen Trierer Bischof Stephan Ackermann und dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, Víctor Manuel Fernández. Die Kritik des Kardinals führte damals zu einigen Korrekturen.

Am Mittwoch, 6. Mai, stellte der oberste Glaubenshüter im Vatikan laut einer Meldung von Vatican News klar, dass auch der modifizierte Text der Deutschen nicht die vatikanische Kritik umsetze. Auch in ihrer korrigierten Fassung biete die Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ eine „Art Liturgie“ an, die aber von der Vatikan-Erklärung „Fiducia supplicans“ vom Dezember 2023 explizit ausgeschlossen worden sei.

Schon bei seinem letzten Treffen mit einer Delegation deutscher Bischöfe im November 2025 habe Fernández Bischof Ackermann deutlich gemacht, dass der im Jahr zuvor verfasste kritische Brief zu dem Segnungstext die „einzige und letztgültige“ vatikanische Antwort auf den Vorstoß der Bischöfe sei.

Anzeige

Komplet - der Abend-Newsletter von Kirche+Leben

JETZT KOSTENLOS ANMELDEN



Mit Ihrer Anmeldung nehmen Sie die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis.