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Einige deutsche Bistümer erlauben die Segnung homosexueller Paare. Warum der Papst das nicht gutheißt - und wie Betroffene reagieren.
Papst Leo XIV. hat die Entscheidung mehrerer deutscher Bischöfe kritisiert, förmliche Segnungen homosexueller Paare in ihren jeweiligen Bistümern zu ermöglichen. Zuletzt hatte der Münchner Kardinal Reinhard Marx eine entsprechende Regelung verfügt.
Der Papst erklärte dazu, der Vatikan habe den deutschen Bischöfen bereits klargemacht, "dass wir die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billigen", sagte Leo XIV. auf dem Rückflug seiner Afrika-Reise.
Leo XIV.: Sexualität in der Kirchen-Lehre nicht zentral
Zugleich betonte er, die Kirche segne alle Menschen. Der Ausspruch von Papst Franziskus, wonach die Kirche offen sei für "alle, alle, alle", drücke den kirchlichen Glauben aus, dass alle Menschen eingeladen seien, Jesus nachzufolgen.
Papst Leo XIV. erklärte weiter, Fragen zur Sexualität stünden aus seiner Sicht nicht im Zentrum der kirchlichen Lehre. Themen wie Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit von Frauen und Männern sowie Religionsfreiheit hätten aus seiner Sicht "eine viel höhere Priorität". Fragen zur Sexualmoral sollten auch nicht über Einheit oder Spaltung der Kirche entscheiden, so Leo XIV.
So reagieren Betroffene
Steffen Schille, Sprecher der Ökumenischen Arbeitsgruppe "Homosexuelle und Kirche", spricht angesichts der neuen päpstlichen Aussagen von einem "Missverständnis". Segnungen in Deutschland folgten keinen einheitlichen Formalien, sagt er dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Die in Deutschland von einer Arbeitsgruppe von Bischöfen und Laien erarbeitete Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft", auf die sich mehrere Bistümer beziehen, spiegele das wider, was im Moment möglich sei, so Schille. Die Arbeitsgruppe hatte auch das Vatikan-Papier "Fiducia supplicans" von Ende 2023 berücksichtigt. In dem deutschen Papier heißt es, für die Segnungen seien "keine approbierten liturgischen Feiern und Gebete vorgesehen".
Die Idee, dass ein Mensch oder die katholische Kirche darüber entscheide, wer einen Segen erhalte, sei für den Verband eine "befremdliche Vorstellung", sagt der Sprecher: "Der Segen kommt von Gott."
So reagieren ZdK und Bischöfe
Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sieht keinen Grund, die deutsche Handreichung zurückzunehmen. Das Papier empfehle lediglich, "Paaren, die keine kirchlich-sakramentale Ehe eingehen wollen oder denen eine solche nicht offensteht, Segensfeiern zu ermöglichen", sagt Stetter-Karp der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Nicht mehr und nicht weniger. Eine Verwechslung mit dem Ehesakrament ist ausgeschlossen."
Die Deutsche Bischofskonferenz werde den Vorgang derzeit nicht kommentieren, heißt es auf Anfrage. Auch Kardinal Marx wollte sich nicht äußern.
Update 15.30 Uhr: Reaktionen und Einordnung (fünfter und weitere Absätze)