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Pastoralreferent veröffentlicht „Wie die Mäuse den Mond eroberten“

Sein Kinderbuch ist da – Schulseelsorger Jens Hagemann erfüllt sich Traum

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Mehr als 20 Jahre reifte die Idee in seinem Kopf und in seinem Herzen. Mit 42 Jahren hat er sich endlich den Traum eines Kinderbuches erfüllt: Pastoralreferent Jens Hagemann veröffentlicht das Kinderbuch „Wie die Mäuse den Mond eroberten“.

Es sind Mäuse, die auf den Mond wollen, um ihn in buntes Papier einzuwickeln. Das ist die Geschichte. Bunt, kindlich-naiv, mit viel Fantasie – mehr nicht. Oder doch? Jens Hagemann hat sein Kinderbuchprojekt schon vor mehr als 20 Jahren gestartet. „Einen Traum, den ich bis heute weitergeträumt habe.“ Jetzt, mit 42 Jahren, hat er sein Buch „Wie die Mäuse den Mond eroberten“ drucken lassen. Und der Pastoralreferent aus Everswinkel hat das Gefühl, dass viel mehr als nur bunte Bilder und lebhafte Texte darin zu finden sind.

Hagemann nennt es die „Meta-Ebene“. „Da stecken so viele Hintergründe und Tiefsinn drin, wie ich es anfangs gar nicht vermutet habe.“ Seine Geschichte von den mutigen kleinen Nagern hat sich in den vielen Jahren mit ihm weiterentwickelt. „Meine Erfahrungen, meine Ausbildungen und viele Gespräche haben ihr neue Perspektiven gegeben.“ Seine anfänglichen Ideen haben in seinen Augen an einigen Stellen eine Tiefe erreicht, die das Buch nicht nur für Kinder spannend macht, sagt Hagemann.

Die Abenteuer von Lilli und Olli

Die Geschichte ist die gleiche geblieben wie damals, als ihm als Zivildienstleistender die Idee dazu kam. „An dem lustigen Abenteuer der Mäuse hat sich nichts geändert, seit ich das erste Mal daran dachte, ein solches Buch zu schreiben.“ Der Blick von den Mäusekindern Lilli und Olli zum Mond, ihre Idee, ihn in buntes Papier zu wickeln, der gemeinsame Bau einer Maschine, um zum Erdtrabanten zu gelangen – der Text ist kindlich-leicht geblieben. Genauso wie die Bilder, die Christine Brox dazu gemalt hat.

„Ganz ohne religiöse Intention“, beschreibt Hagemann seine Texte. „Ich habe mich nicht hingesetzt, um etwas Katholisches zu schreiben.“ Seine Worte aber haben trotzdem eine christliche Ausstrahlung. Das ist logisch, sagt er: „Der Glaube ist mein Grund, der liebe Gott steckt also automatisch in dem Buch.“ Nicht als offensichtlicher Akteur oder gar in Glaubensgrundsätzen. Wohl aber in dem Tiefgang des Mäuse-Abenteuers, den er für sich selbst erst nach und nach entdeckte.

Staunen, Neugierde und Mut

„Der Ausgangspunkt ist das Staunen, die Neugierde, der Mut, das Wagnis – genau an diesen Punkten entstehen auch Philosophie und Glaube.“ Die Mäuse entdecken, wie viel größer die Welt ist, als sie vermuten. „Und so wie die Kinder mit ihnen die Dinge anders sehen lernen, können auch Erwachsene versuchen, etwas zu entdecken, was ihnen bislang verborgen war, weil sie nicht danach gesucht haben.“

Kinder haben dabei einen Vorteil, sagt Hagemann. „Sie stellen Fragen, wo wir Erwachsenen meinen, schon alle Antworten gefunden zu haben.“ Als Vater von drei Kindern und als Schulseelsorger an Warendorfer Schulen kennt er das nur allzu gut. „Kinder haben die Fähigkeit zu staunen noch nicht verloren – sie lassen sich begeistern und verändern dabei ihren Blick auf die Dinge und damit ihren Umgang mit der Welt.“

Das Abenteuer des Pastoralreferenten

Dass seine Idee so lange reifen musste, hat ähnliche Gründe. „Auch ich musste erst Begeisterung und Mut finden, um mich auf das Abenteuer einzulassen, ein Buch zu veröffentlichen.“ Immer wieder gab es Gründe, das Projekt hinten anzustellen, sagt Hagemann: „Ausbildung, Beruf, Familie…“ Auch die Absagen einiger Verlage, denen er seine Buch-Idee anbot, warfen ihn in der Motivation zurück.

Als er aber vor einigen Jahren während seiner Ausbildung mit anderen angehenden Pastoralreferenten zusammensaß, wurde es endlich konkret. „Sie hörten sich die Geschichte an und bestärkten mich in meinem Vorhaben.“ In Christine Brox fand er eine Zeichnerin, die seine Zeilen in Bildern erzählen konnte.

Traum erfüllt

Am Ende hat das Kind in ihm gesiegt, sagt Hagemann. „Es stellte sich nicht mehr die Frage, warum, sondern die Frage, warum eigentlich nicht?“ Im Dezember wird er die ersten Exemplare in der Hand halten. Darin auch Text und Noten des Liedes, das er für sein Bilderbuch komponiert hat: „Weltentdecker.“ Ob es viele Bestellungen geben wird? „Es ist mir egal, wenn es nicht der große Wurf wird“, sagt er ehrlich. Seinen Traum hat er sich mit dem Buch längst erfüllt.

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