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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Ihnen widmen wir diese ganz persönliche Serie.
Für gewöhnlich fahre ich mit dem Bus in unsere Redaktion. Er kommt in Münster zuverlässig. Wer pünktlich an der Haltestelle ist, erreicht ihn. Wohlgemerkt: Wer pünktlich ist.
Da ich von meiner Haustür nur einen kurzen Weg zum Abfahrtsort zurücklegen muss, lasse ich es manchmal darauf ankommen. Meistens reichen ein oder zwei Minuten. Zuletzt musste ich aber wegen eines Termins pünktlich in der Stadt sein. Irgendwie hatte ich dennoch vergessen, ein paar Minuten mehr einzuplanen.
Kurz vor der geplanten Abfahrt wuchte ich mich aus der Wohnungstür. Durch die Glasfenster im Treppenhaus sehe ich den Bus bereits an der Haltestelle stehen: „Das schaffst du nicht mehr!“, dröhnt es in meinem Kopf. Muss ich wohl noch 20 Minuten warten.
Aber einen Versuch ist es wert. Und siehe da: Die Busfahrerin hat auf mich gewartet. Die Türen gehen auf, ich steige atemlos ein. Ich hebe meine Hand zum Dank. Sie nimmt es zur Kenntnis.