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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Heute: eine unverhoffte Chance.
Am Wochenende schlenderte ich mit Freundinnen durch Münsters Hafengelände. Plötzlich sagte die Eine: „Hier gibt es doch diesen einen Käse-Laden. Da würde ich gerne einen Käse für zu Hause mitnehmen.“ Ihr Mann sei neulich zu einem Event dort eingeladen gewesen und habe danach so davon geschwärmt.
Wir machten uns also auf zu besagtem Geschäft. Von weitem sahen wir, wie ein Mann den Eingang mit einem Band absperrte und ein Schild mit der Aufschrift „Geschlossene Gesellschaft“ aufstellte. „Wir haben hier gleich eine Hochzeit“, rief er uns entschuldigend zu.
Fliegender Wechsel
Fast wollten wir enttäuscht wieder umdrehen. Aber da noch nichts von einer Hochzeitsgesellschaft zu sehen war, versuchten wir es doch und fragten, ob wir trotzdem schnell ein Stück Käse kaufen könnten. Er warf einen Blick über seine Schulter und überlegte kurz. „Ich schau mal, das geht bestimmt“, sagte er dann und winkte uns herein.
Als wir den Raum betraten, waren bereits Stuhlreihen aufgebaut und ein paar Leute standen für letzte Absprachen zusammen. Fragende Blicke trafen uns. Der freundliche Mann führte uns zum Tresen und erklärte seinen Kolleginnen und Kollegen, dass wir nur schnell Käse kaufen wollten. Sie nickten und lächelten uns zu.
Ein Blick in die Vitrine verriet, dass tatsächlich noch genau die Sorte auf Lager war, nach der meine Freundin suchte. Sie zahlte und wir wünschten allen eine schöne Feier. Auf dem Rückweg kamen uns auf der Straße die ersten Leute in langen Kleidern und schicken Anzügen entgegen.