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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Ihnen widmen wir diese ganz persönliche Serie.
Wer hin und wieder im Ruhrgebiet unterwegs ist, kennt es: dieses ganz eigene Lebensgefühl. Seien es die zahllosen sogenannten Zechenhäuser, die in Städten wie Ahlen, Hamm, Recklinghausen, Marl und Duisburg zu finden sind und ihren eigenen Charme versprühen. Einige sehen aus, als wären sie dem Verfall preisgegeben worden, andere sind liebevoll renoviert worden. Aber natürlich sind es vor allem die Menschen, die für den Pott stehen: aufrichtig, direkt, liebenswert.
So habe ich es am Wochenende wieder einmal bei einem Museumsbesuch erlebt. Mit einer kleineren Gruppe waren wir im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum zu Gast. „Triff den Bergmann“ heißt die Führung, die regelmäßig Besucherinnen und Besucher „unter Tage“ führt. 17 Meter geht es mit dem Aufzug in die Tiefe ins Anschauungsbergwerk des Museums, mit Bergmann Paul, der uns standesgemäß mit „Glück auf“ begrüßte. Sogleich fragte er, ob jemand aus der Gruppe denn selbst Bergmann gewesen sei. Sofort meldete sich ein Mitglied unserer Gruppe und gab sich als Gleichgesinnter zu erkennen. Schließlich sei auch er 18 Jahre eingefahren. „Wo warste?“, fragte Paul, und das Eis war gebrochen.
Wer kennt welche Geräte zum Abbau der Steinkohle? Mit welcher Methode sind die Gänge denn bei euch auf Walsum oder bei uns auf Heinrich Robert gesichert worden? Die Fachsimpelei war in vollem Gange. Immer wieder setzte sich unser Bergmann a. D. von der eigentlichen Führung ab, um uns exklusiv einige Details zu erklären. Auch wenn ich längst nicht alles verstanden habe, war es einfach schön, zu sehen, wie er in seinem Element war. Er schwelgte in Erinnerungen, ließ einen Bohrhammer knattern und setzte sich zum Schluss auf ein Grubenfahrrad. Solche Dinger hatten wir auf Heinrich Robert auch, sagte er. Na denn, Glück auf!