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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Ihnen widmen wir diese ganz persönliche Serie.
Das Surren und Krabbeln hat längst begonnen. Schon seit Wochen beginnen die ersten Mückenschwärme ihren zuckenden Tanz im Licht, sobald ein paar Sonnenstrahlen den nahenden Frühling erahnen lassen. Auch heute kreucht und fleucht es rund um den Holzkasten, den ich im hinteren Teil unseres Gartens aufgehängt habe.
In der etwas großspurig unter dem Label „Insektenhotel“ firmierenden Konstruktion aus Holzresten, Halmen und Tannenzapfen verraten zahlreiche Spuren die Ankunft neuer und das Erwachen alter Gäste. Wildbienen, die aus ihren Niströhren geschlüpft sind und neue Brutplätze suchen. Und sorgsam mit Lehm verschlossene Röhrchen, deren Bewohner noch etwas Zeit benötigen.
Mein Insektenhotel lehrt mich Geduld und Warten. Niemand kann die winzigen Tiere zum Einzug zwingen. Es erzieht mich dazu, genau hinzuschauen, zu beobachten. Und es macht mich neugierig auf die nächsten Veränderungen. Als Mikrokosmos einer Vorfreude, die mit Händen zu greifen ist – und schnell auf mich überspringt. Und mich jedes Mal staunend lächeln lässt.