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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Heute: der eigenständige Nachwuchs.
Der Nachmittag war mit großer Sehnsucht erwartet worden. Der Besuch bei einer befreundeten Familie stand auf dem Plan für unser Wochenende.
Da nicht nur wir Eltern schon seit geraumer Zeit befreundet sind, sondern sich der fast gleichaltrige Nachwuchs inzwischen auch zu engen Freunden entwickelt hat, lag uns die Dreijährige schon am Vormittag in den Ohren. „Wann fahren wir endlich? Ich will aber jetzt! Mamaaa, können wir los?“ Der Nachmittag schien endlos weit weg.
„Ich bleibe da“
Als wir das Kind schließlich pünktlich um 15 Uhr ins Auto geschnallt und uns in Bewegung gesetzt hatten, war die Freude groß. Eine Sache aber bewegte die Dreijährige doch. „Mama, wenn wir da sind, dann müsst ihr aber wieder wegfahren“, verkündete der Zwerg auf dem Rücksitz.
Einen fragenden Blick an den Ehemann am Steuer werfend, hakte ich nach: „Und wo bleibst du dann, wenn wir wieder wegfahren?“ „Ich bleibe da. Zum Spielen“, sagte die Dreijährige wie selbstverständlich, während ihr Blick ein gewisses Unverständnis für Mamas Nachfrage erahnen ließ.
Ein kurzes Nachdenken
„Du willst ohne uns dableiben? Allein?“, wagte ich nochmal zu fragen. Bisher hatten solche Spielnachmittage nämlich immer in Mamas oder Papas Anwesenheit stattgefunden.
Das brachte die Dreijährige dann doch kurz zum Nachdenken. „Ach Mama“, verkündete der Nachwuchs schließlich, „da sind doch auch Eltern. Dann passen die einfach auf.“
An diesem Nachmittag durften wir Eltern am Ende doch noch bleiben. Aber mir ist klar: Schon bald wird sie auch das alleine meistern. Und ich werde winken und wegfahren und ein bisschen stolz sein – auf mein kleines großes Mädchen.
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