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Was mein Leben hell macht: Puzzles

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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Heute: die Faszination des Puzzelns.

„I‘m puzzled“ bedeutet auf Deutsch: „Ich bin ratlos, verwirrt oder verblüfft.“ Wer vor einem „Puzzle“ steht, sieht sich einer Verwirrung, Verlegenheit oder einem kniffligen Problem gegenüber, über das man sich den Kopf zerbrechen kann. Das Leben selbst ist wie ein Puzzle, mit vielen Teilen, alle in unterschiedlichen Formen. Wie wir diese Teile zusammenfügen, das bestimmt unser Leben. Ein Puzzle ist ein Rätsel, das gelöst werden will, ein mechanisches Geduld- und Legespiel, das den Spieler herausfordert, einzelne, unregelmäßig geschnittene Teile wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Wie Puzzles entstanden sind

Erstmals wurden Puzzles als Jigsaw-Puzzle, „Laubsägerätsel“, in England hergestellt. 1766 klebte der Kartenhändler John Spilsbury (1739–1769) eine Landkarte von Großbritannien auf ein Holzbrett und zersägte dieses entlang der Grenzlinien der verschiedenen Grafschaften. Die Spieler mussten die Karte wieder vervollständigen. 

Jeanne-Marie Leprince de Beaumont (1711–1780) benutzte Kartenschnitte zu pädagogischen Zwecken. Die Massenproduktion bisher in Handarbeit hergestellter Puzzles begann Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie wurden dann preiswerter und populärer. Die Herstellung hat sich bis heute kaum geändert: Auf Pappe gedruckte Motive werden mit einer Stanze in viele kleine Teile zerlegt. Je genauer die Teile gestanzt sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, Teile falsch zu verbinden.

Was Puzzles anspruchsvoll werden lässt

Es gibt Puzzles mit nur vier Teilen für Kinder oder Riesenpuzzles mit weit über 10.000 Teilen für Fortgeschrittene. Neben der Anzahl der Teile kann der Schwierigkeitsgrad noch durch farbliche Besonderheiten des Motivs mittels großer Flächen mit geringen Farbabstufungen oder komplett einfarbigen Motiven immer weiter gesteigert werden. Bei Puzzles, die auf beiden Seiten mit unterschiedlichen Motiven bedruckt sind, steht die zusätzliche Entscheidung an, welches die „richtige“ Seite jedes Puzzleteils ist. 

Zudem werden Puzzles ohne gerade geschnittenen Rand angeboten, denen auch noch zusätzliche Teile beigefügt wurden, die nicht zum Motiv gehören und als überflüssig herausgefunden werden müssen. Das wohl größte serienmäßig produzierte Puzzle “What a Wonderful World” wurde von der Firma Dowdl im Jahr 2022 mit 60.000 Teilen geschaffen. Nach der Fertigstellung benötigt es eine Fläche von 8,84 Meter × 2,44 Meter.

500 Teile gegen die Langeweile

So viele Teile hatte das Puzzle Gott sei Dank nicht, das mir eine Mitarbeiterin zum Vertreiben der Langeweile in der Corona-Zeit schenkte. Ich habe mich daran gemacht. Es brauchte mit seinen 500 Teilen schon genügend Zeit, Energie und vor allem Geduld. 

Die üblichen Schwierigkeiten lagen in den eher einfarbigen Bereichen. Dem Ende nahe fehlten auf einmal drei Teile. Was tun? Mit dem Cuttermesser Pappe zurechtschneiden und die Stücke entsprechend bemalen. Kaum waren sie jedoch eingeklebt, fanden sich die vermissten Teile wider Erwarten unter einem Schrank. Sie hatten sich beim Auspacken selbständig gemacht. Endlich war das Gesamtbild fertig. Wie wohl eines Tages das Komplettbild aus den Puzzleteilen meines Lebens aussehen mag?

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