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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Heute: eine Begegnung beim Sport.
War ich zu dreist? Unnötig provokativ? – Kaum hatte ich genervt „Danke fürs Aufhalten“ gesagt, zweifelte ich, ob das nötig war. Der Mann im Gym hatte unmittelbar vor mir die Tür zum Umkleideraum zwar aufgestoßen, sich aber null darum geschert, dass ich ihm auf den Fuß folgte und die Tür sich um ein Haar mit Wucht direkt vor meiner Nase wieder schloss. Alles kein Drama, alle haben überlebt, aber mich ärgerte die Rücksichtslosigkeit, im Wortsinn.
Der Mann vor mir, ein paar Jahre älter als ich, drehte sich sofort um – und entschuldigte sich. „Ich war völlig in Gedanken, Verzeihung!“ Wir lächelten uns an, gingen gemeinsam in den Umkleideraum.
Und der Kollege ärgerte sich mächtig über sich: „Ich finde es so wichtig, aufeinander Rücksicht zu nehmen!“, sagte er. „Auf solche scheinbaren Kleinigkeiten kommt es doch an, wo immer mehr Egoismus um sich greift!“ Wir waren uns sehr einig. Und freuten uns, dass wir zwei völlig fremde Menschen uns in so kurzer Zeit so gut verstanden. Geht doch!