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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Heute: Im Hallenbad.
Etwa jedes fünfte Grundschulkind kann nicht schwimmen, ergab 2022 eine repräsentative Befragung im Auftrag der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft DLRG. Das ist nicht nur schade, weil Schwimmen gesund ist und Spaß machen kann, sondern kann schon im Strandurlaub lebensgefährlich werden.
Umso schöner, als ich neulich im Hallenbad am Nichtschwimmerbecken vorbei ging und einen kleinen Jungen, vielleicht sechs Jahre alt, entdeckte. Die Dinger an seinen Armen sahen zwar nicht mehr aus wie die aufblasbaren Schwimmflügel meiner Kindheit, aber erfüllten denselben Zweck.
Etappensieg im Wasser
„Komm“, ermutigte eine Frau – womöglich die Mutter. Der Junge stieß sich vom Boden des Beckens ab, strampelte mit den Beinen und vollführte mit den Armen Schwimmbewegungen, wenn auch noch etwas hektisch. Aber er spürte: „Ich gehe ja gar nicht unter, wenn ich mich bewege. Und ich komme vorwärts!“
Die Frau breitete die Arme aus und ich glaube, sie ist auch noch zwei Schritte zurückgetreten, damit der Kleine noch ein paar zusätzliche Meter vor sich hatte. Aber der hielt durch, erreichte die Frau, fiel ihr um den Hals und lachte über das ganze Gesicht.
„Etappensieg“, dachte ich. „Wenn Du heute Angst vor dem Wasser verloren hast, hast Du eine Menge erreicht.“
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