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Was mein Leben hell macht: Ungefilterte Freude

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Unser Alltag wird allzu oft von Krisen bestimmt. Dennoch gibt es sie, die positiven Momente. Heute: ein Musical-Besuch.

Menschen, die ich nicht kenne, haben mich zum Weinen gebracht. Im positiven Sinne. Doch zurück zum Anfang: Vor Kurzem habe ich mit meinem Freund ein Musical besucht. Das Stück war nett – nichts Weltbewegendes. Was mir davor jedoch ins Auge fiel, war ein Bild, das man aus vielen Situationen in Deutschland kennt: ungeduldige, teils genervte Menschen im Parkhaus, der Toiletten- oder Getränkeschlange. Ob sie wirklich immer so schlecht gelaunt sind oder einfach einen düsteren Grund-Gesichtsausdruck haben, vermag ich nicht zu sagen. Und fairerweise: Ich zähle mich selbst dazu.

Als das Musical vorbei war, drehten die Darstellerinnen und Darsteller ein paar Extrarunden und das Publikum wurde ermuntert, aufzustehen und zu klatschen. Eigentlich werde ich nicht gerne zu Standing Ovations gedrängt, aber für den Anblick, der folgte, hat es sich gelohnt.

Strahlende Gesichter in der Menge

In den ersten Reihen konnte ich sehen, wie eine Dame und ein Herr – beide um die 70 – mit solch einer unbändigen Freude das Lied mitsangen, den Schauspielern zuwinkten und mittanzten, dass mir spontan ein, zwei Tränchen kamen. Nun schaute ich mich etwas genauer im Raum um und sah fast nur strahlende, freudige Gesichter. Hier und da erkannte ich Leute, die ich vorher in besagten Schlangen mit mürrischem Gesichtsausdruck gesehen hatte und die nun strahlten, sangen und zur Musik mitwippten.

Mein Freund und ich verließen das Theater beschwingt. Auf dem Heimweg sprachen wir darüber, wie trügerisch erste Eindrücke sein können – und wie schnell wir andere auf einen Gesichtsausdruck oder einen Moment festlegen. Und darüber, wie schön und bereichernd es ist, wenn Menschen einmal ihre Zurückhaltung ablegen dürfen und ihre Emotionen ungefiltert zeigen. Vielleicht tragen viele von ihnen – von uns – mehr Freude in sich, als wir im Alltag voneinander sehen.

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