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Neun Übergriffe des Pfarrers und Religionslehrers gelten als erwiesen. Wie das Urteil lautet und was Bistum und Staatsanwaltschaft sagen.
Wegen sexuellen Missbrauchs von sieben Minderjährigen und Besitzes von Kinderpornografie ist ein Priester in Polen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die vom Bezirksgericht im südpolnischen Sosnowiec verhängte Strafe ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine der härtesten, die in dem Land je in Sexualstrafverfahren gegen einen Geistlichen erging. Das Gericht sah neun Übergriffe zwischen 2008 und 2024 als erwiesen an.
Der Richter untersagte dem Priester lebenslang jede berufliche oder sonstige Tätigkeit, bei der er mit Kindern zu tun hat. Der 64-Jährige muss den Opfern laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil insgesamt rund 90.000 Euro Entschädigung zahlen. Er hatte als Gemeindepfarrer gearbeitet und an Schulen Religion unterrichtet.
Priester wies Vorwürfe zurück
Im Verfahren hatte der Geistliche die Vorwürfe zurückgewiesen. Er sitzt seit Oktober 2024 in Untersuchungshaft. Der Prozess fand zum Schutz der minderjährigen Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Das Bistum Sosnowiec bat die Betroffenen und Angehörigen am Mittwoch, 9. September, um Verzeihung für das Leid, das ihnen der Priester zufügte. "Wir möchten unmissverständlich erklären, dass wir an der Seite der Geschädigten und der Wahrheit stehen - indem wir das geschehene Unrecht so anerkennen, wie es stattgefunden hat, ohne es zu relativieren", heißt es in einer Mitteilung. "Wir sind uns bewusst, dass eine Entschuldigung weder eine gerechte Aufarbeitung noch eine Wiedergutmachung ersetzen kann; diese bleiben unsere Pflicht gegenüber den Opfern."
Staatsanwaltschaft wollte höhere Strafe
Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess nach eigenen Angaben eine noch härtere Strafe gefordert. Einzelheiten nannte sie nicht, weil das Gericht die Öffentlichkeit vom gesamten Verfahren ausschloss.
Sexualisierte Gewalt: Hilfe und Hinweise
Haben Sie sexualisierte Gewalt im Bistum Münster erlitten oder möchten Hinweise zu Fällen geben, können Sie sich an die Interventionsstelle oder die Unabhängigen Ansprechpersonen wenden: https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch/. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission für das Bistum Münster erreichen Sie über die Seite https://uak-muenster.de/.
Haben Sie sexualisierte Gewalt erlitten und fühlen sich durch diesen Bericht aufgewühlt, können Sie sich an die Telefonseelsorge wenden – kostenfrei unter Tel. 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222, https://www.telefonseelsorge.de/
Haben Sie sexualisierte Gewalt außerhalb des Bistums Münster oder außerhalb der Kirche erlitten, können Sie hier Hilfe finden:
- Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/
- NINA, Nationale Informations- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend: https://nina-info.de/
- Hilfe für Opfer von Kriminalität: https://weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer-0