Familie und traditionelle Werte bleiben aber gefragt

Shell-Studie: Glauben finden nur vier von zehn Jugendlichen wichtig

Der Glaube an Gott verliert für junge Menschen an Bedeutung. Nur 39 Prozent aller Befragten der Shell-Jugendstudie 2019 geben an, der Glaube sei ihnen wichtig. Vor 17 Jahren, bei der Erhebung 2002, waren es noch 51 Prozent.

Dass der Glaube für sie keine große Rolle mehr spiele, gibt derweil eine seit mehreren Studien wachsende Gruppe auch von Christen an. Dies erklärten 2019 etwa 40 Prozent der katholischen Jugendlichen, 2002 waren es 30 Prozent. Bei den Protestanten gaben jetzt etwa 50 Prozent „keine große Rolle“ an, 2002 waren es 40 Prozent.

Befürchtungen und Werte

Fragen nach ihren Ängsten beantworten die Jugendlichen 2019 ebenso eindeutig wie Fragen nach ihren Werten. Umweltzerstörung (71 Prozent) und der Klimawandel (65 Prozent) stehen an der Spitze der Befürchtungen. Zudem beobachten die jungen Menschen eine wachsende Feindseligkeit im öffentlichen Leben.

Die junge Generation ist der Studie zufolge insgesamt tolerant, werteorientiert, pragmatisch und leistungsbereit. Das hat sich seit den frühen 2000er Jahren noch verstärkt.

Familienleben, eine gute Beziehung zu den Eltern, Freunde und die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben stehen hoch im Kurs. Viele junge Menschen können sich aber nicht vorstellen, wie sie das alles unter einen Hut bringen sollen. Das zeigte sich bei der Frage, wie sie leben wollen, wenn sie 30 Jahre alt sind und ein zweijähriges Kind haben. Die Mehrheit der jungen Frauen und Männer findet, dass die Frau dann beruflich kürzer treten muss. Mehr als zwei Drittel wollen einmal Kinder haben.

Die Studie

Die Shell-Jugendstudie wurde von einem Team um den Bielefelder Politikwissenschaftler Mathias Albert erarbeitet. Die repräsentative Umfrage lieferte das Münchner Meinungsforschungsinstitut Kantar. Von Januar bis März 2019 wurden 2.572 Jugendliche im Alter von zwölf bis 25 Jahren befragt. Die vorherige Shell-Jugendstudie erschien 2015.