VATIKAN

Simona Brambilla: Papst beruft erste Frau an die Spitze eines Dikasteriums

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Erst vor kurzem hatte Franziskus die höchsten Kurienämter für Ungeweihte aller Geschlechter geöffnet. Nun soll die erste Frau eine Behörde leiten.

Von KNA

Erstmals wird eine Frau eine Vatikan-Behörde leiten. Am Montag ernannte Papst Franziskus die Ordensfrau Simona Brambilla zur Präfektin des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens. Zuvor besetzte sie als Sekretärin den zweithöchsten Posten der Behörde. Zum Pro-Präfekten ernannte der Papst Kardinal Ángel Fernández Artime.

Brambilla gehört den Consolata-Missionsschwestern an. Sie arbeitete in Mosambik und wurde 2008 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Psychologie promoviert. Von 2011 bis Mai 2023 war sie Generalsuperiorin ihrer Ordensgemeinschaft. Dem nun von ihr geleiteten Dikasterium gehört sie bereis seit 2019 als Mitglied an.

Franziskus und seine Behörden

Die Dikasterien im Vatikan sind mit den Ministerien in einer Regierung vergleichbar. Sie werden nicht von einem Minister, sondern von einem Präfekten geleitet. Der zweite Rang, der in einem Ministerium von einem Staatssekretär bekleidet wird, heißt im Vatikan Sekretär. In seiner Arbeit wird dieser von Untersekretären unterstützt.

Mit seiner 2022 abgeschlossene Kurienreform öffnete Papst Franziskus erstmals höchste Kurienämter für Laien - weiblich wie männlich. Bislang einziger Behördenleiter ohne kirchliches Weiheamt war der Leiter des vatikanischen Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini. Dem Vatikan-Sekretariat für Wirtschaft steht mit Maximino Caballero Ledo ebenfalls ein Laie vor.

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