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Theologin ist im Ammerland und im Dekanat Friesoythe unterwegs

So begleitet Franziska König Gemeinden auf dem Weg zu Pastoralen Räumen

  • Die Bildung Pastoraler Räume ist im Oldenburger Land im Gange.
  • Das Bischöfliche Offizialat hat drei Theologinnen auf frei gewordene Stellen berufen, um diesen Prozess zu begleiten.
  • Franziska König ist eine von ihnen und begleitet die Gemeinden im Ammerland und im Dekanat Friesoythe.
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Wie begleitet man Gemeinden vor einer ganz neuen Lage? Wenn sie zukünftig mit anderen Pfarreien zusammenarbeiten sollen, über Entfernungen, die gar nicht zu ihrem bisherigen Alltag passen? Eine Aufgabe, der sich Franziska König stellt. Die Theologin ist im Bischöflichen Offizialat in Vechta unter anderem dafür zuständig, Gemeinden in einen möglichen Pastoralen Raum zu begleiten. In einem Team von acht Begleiterinnen und Begleitern aus der Seelsorgeabteilung des Offizialates ist Franziska König für diesen Prozess im Dekanat Friesoythe zuständig.

Im Oldenburger Land hat die bischöfliche Behörde für die Zukunft sechs Pastorale Räume vorgeschlagen, in denen die 40 Pfarrgemeinden dann zusammenarbeiten sollen. Wie diese Pastoralen Räume letztlich aussehen werden, wird in Gesprächen mit den Gemeinden und den Aktiven dort erarbeitet. Zurzeit läuft noch die örtliche Informations- und Diskussionsphase über das Projekt.

Vor allem Gespräche führen

Was macht eine Pastorale Begleiterin in einem solchen Strukturprozess eigentlich? Vor allem in einer Region, die ihr bisher eher fremd gewesen ist.

Vor allem Gespräche führen, berichtet Franziska König. Zunächst war sie mit Weihbischof Wilfried Theising und Markus Wonka, Leiter der Seelsorgeabteilung, bei den örtlichen Informationsveranstaltungen unterwegs.

König kennt Gemeindealltag

Die Theologin war zuvor als Wissenschaftlerin in Paderborn und als Pastorale Mitarbeiterin in Münster, Steinfeld und Freren (Emsland) tätig, den Alltag von Gemeinden kennt sie also gut. Als sich die ersten Gemeinden an sie wandten und um Begleitung bei internen Treffen baten, habe sie ohne Bedenken zusagt.

Ein erstes Bild der Region habe sie da schon gewonnen, berichtet König. Von einer eher fremden Region, die im Rahmen des Strukturprozesses aber auch besonders ist: Friesoythe, ein klassisches Dekanat in Südoldenburg, soll künftig mit den beiden Gemeinden im Kreis Ammerland zusammenarbeiten, der Kommune mit dem niedrigsten Katholikenanteil im ganzen Bistum (sechs Prozent).

Spannende Vielfalt in Gemeinden

„Spannend“ finde sie das, sagt Franziska König. Und „reizvoll“. Schließlich habe die Diaspora in Nordoldenburg schon viel länger Erfahrungen damit, „in kleineren Gruppen unterwegs“ zu sein. Sehr verschieden vielleicht zu Südoldenburg, aber wegen der anderen Erfahrungen sicher auch „ein großer Vorteil“ für das Dekanat Friesoythe. Denn diese ungewohnte Zusammenarbeit werde „so unterschiedlichen Gemeinden mit so unterschiedlichen Erfahrungen“ einen „sehr großen Mehrwert“ bringen.

Johannes Vutz, Leiter des Referats Pastoralentwicklung im Bischöflichen Offizialat, gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass sich solche Verschiedenheit in der Kirche von heute nicht nur zwischen Regionen, sondern bis in einzelne Gemeinden hinein und in die dort aktiven Gruppen zeige.

Weg von den Äußerlichkeiten

Franziska König konnte das aus ihrem Gemeindealltag nur bestätigen. Sie warnte auch davor, einen Strukturprozess und Glaubenspraxis an „reinen Äußerlichkeiten“ festzumachen. Die „innere Haltung“ eines Christen finde ihren Ausdruck in seinem Handeln, wie er sich etwa einsetze für Andere, „wie er Nächstenliebe lebt“.

Die Theologin verwies hier auf ihre Pfarrgemeinde in Steinfeld: auf die Kleiderkammer im Gemeindeteil Holdorf, auf Aktionen der Gemeindecaritas und auf Versuche der Gemeinde, 2016 neu angekommene Flüchtlinge in kirchliche Vereine und Verbände einzubinden. Solcher Einsatz für Menschen in Not finde sich auch in vielen anderen Gemeinden im Bistum und zeige deren Lebendigkeit.

Begleitung Pastorale Räume
Franziska König übernimmt neben ihrer Aufgabe im Strukturentwicklungsprozess zugleich eine frei gewordene Stelle für die Begleitung von Seelsorgern in der sogenannten kategorialen Seelsorge, zum Beispiel für Kranke oder Häftlinge. Neben ihr sind Sonja Hillebrand und Stefanie Röhl neu auf frei gewordene Stellen im Offizialat berufen worden. Sie begleiten daneben den Strukturentwicklungsprozess für vorgeschlagene Pastorale Räume in den Dekanaten Damme und Vechta. (fjs)

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