Informationsabend der Pfarrei St. Regina Drensteinfurt

So geht das Bistum Münster bei Missbrauchsfällen vor

Für eine lückenlose Aufklärung der Fälle von sexuellem Missbrauch hat sich der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld aus Münster ausgesprochen. Wegen des Missbrauchs habe sich der Vertrauensvorschuss für die Kirche vielfach „in einen Misstrauensvorschuss verwandelt“, sagte Reidegeld in Drensteinfurt.

Kontakt zu den Ansprechpartnern bei Missbrauchsfällen.

Bei einer Veranstaltung der Pfarrei St. Regina beantworteten Reidgeld, Weihbischof Stefan Zekorn und die Präventionsbeauftragte des Bistums, Ann-Kathrin Kahle, Fragen zum Vorgehen des Bistums bei Missbrauchsfällen. Reidegeld berichtete laut Bischöflicher Pressestelle, das Bistum habe zwei Ansprechpartner eingesetzt, die bewusst keine kirchlichen Mitarbeiter seien. Sie könnten bei aktuellen und zurückliegenden Fällen oder bei Verdacht kontaktiert werden. Jede Meldung werde außerdem an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Auch ein kirchenrechtliches Verfahren

Sollte die staatliche Justiz das Verfahren aus Mangel an Beweisen einstellen, habe das Bistum mit einem Untersuchungsrichter eine weitere Instanz eingeführt, die gegebenenfalls ein kirchliches Verfahren einleite. Zudem verwies Reidegeld auf finanzielle Hilfen für Missbrauchsopfer. Reidegeld sagte, er habe mit etlichen Opfern gesprochen. Diese Treffen hätten ihn „erschüttert und bewegt“.

Weihbischof Zekorn beklagte einen jahrzehntelangen falschen Umgang der Kirche mit Tätern: „So falsch, dass Kinder und Jugendliche zu Opfern geworden sind, die es nicht hätten werden müssen.“ Die Präventionsbeauftragte Ann-Kathrin Kahle berichtete, im Bistum seien rund 50.000 Haupt- und Ehrenamtliche geschult worden. Dabei sei nicht nur Achtsamkeit bei sexualisierter Gewalt Thema. Es gehe auch um „unangemessenes Verhalten, beispielsweise in Form von Berührungen oder Witzen“.