Themenwoche „Faszination Pfadfinden“ (1) - ein Überblick

So viele katholische Pfadfinder gibt es in Deutschland

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Was macht die Begeisterung am Pfadfinden aus? Dieser Frage nähern wir uns diese Woche auf Kirche-und-Leben.de mit einem Themenschwerpunkt unter dem Motto „Faszination Pfadfinden“ an. Zu Beginn geben wir einen Überblick über die verschiedenen katholischen Pfadfindervereinigungen in Deutschland.

Die Bewegung der Pfadfinder ist 1907 von Robert Baden-Powell, einem britischen General, gegründet worden. Die Entwicklung junger Menschen steht bei den Pfadfindern im Vordergrund, damit sie gut gerüstet in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können.

Weltweit gibt es rund 54 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, so der Ring Deutscher Pfadfinder (RdP). In Deutschland leben demnach rund 220.000 Pfadfinder.

Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg

Ein katholischer Ableger der Pfadfinderbewegung ist die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). Der Verband wurde 1929 gegründet. Er zählt rund 80.000 Mitglieder mit circa 1.200 Gruppen. Diese nennen sich auch Stämme. Wenn eine neue Ortsgruppe gegründet wird, spricht man auch von einer Siedlung. Zum DPSG-Diözesanverband Münster gehören laut eigenen Angaben circa 9.000 Georgs-Pfadfinder.

Innerhalb der DPSG gibt es verschiedene Untergliederungen in Altersgruppen. Die sogenannten Biber sind die jüngsten Pfadfinder und lernen hier das „Abenteuer Pfadfinden“ kennen. Mit sieben Jahren gehört ein Pfadfinder zur Gruppe der Wölflinge. Sie „schauen hinter die Dinge, entdecken Unbekanntes und lernen es kennen“, schreibt die DPSG auf ihrer Webseite. Weitere Stufen ebnen ab 15 Jahren den Weg bis zur Gruppe der Rover und Leiter. Leitende Tätigkeiten kann ein Mitglied mit 18 Jahren übernehmen.

Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg

Informationen: DPSG unter dpsg.de, PSG unter pfadfinderinnen.de, KPE unter kpe.de

Die Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) gehört ebenfalls zu den katholischen Pfadfinderverbänden. Der 1947 gegründete Verband besteht im Unterschied zur DPSG ausschließlich aus Mädchen und Frauen. 10.000 Pfadfinderinnen hat die PSG laut Verbandswebseite.

Sowohl auf der Seite der DPSG als auch bei der PSG wird deutlich, dass sich die Verbände politische Bildung und den demokratischen Gedanken auf die Fahne geschrieben haben. Die DPSG sieht sich selbst als „Werkstatt der Demokratie“. Bei Wahlen für verschiedene Posten im Verband und der Themenfestlegung werden die jungen Menschen in demokratische Prozesse einbezogen.

Katholische Pfadfinderschaft Europas

Ein weiterer Verband ist die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE). Nach eigenen Angaben ist er mit rund 2.500 Mitgliedern der kleinste katholische Pfadfinderverband in Deutschland. Allerdings wurde er erst Anfang 2022 durch die Deutsche Bischofskonferenz anerkannt – unter massivem Protest etwa durch den Bund der Deutschen Katholischen Jugend, dem Dachverband katholischer Jugendverbände. Er forderte, die Arbeit der KPE kritisch zu überwachen. „Dies betrifft insbesondere die Frage der Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, geistlichen Missbrauchs und von Grenzverletzungen allgemein“, heißt es in einer Stellungnahme des BDKJ.

Darüber hinaus sieht der BDKJ die KPE als einen Verband an, „der an veralteten Rollenbildern und Gesellschaftsmodellen festhält, die nicht mit den Werten und der Arbeitsweisen von DPSG, PSG und BDKJ übereinstimmen.“

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