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Neue Angebote, guter Service, weniger Personal

So will das Bildungsforum im Kreisdekanat Wesel attraktiver werden

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Das Katholische Bildungsforum im Kreisdekanat Wesel hat einen sogenannten Zentralisierungsprozess abgeschlossen. Dabei wird das Personal reduziert, aber die vier Standorte in Kamp-Lintfort (2), Duisburg und Wesel bleiben bestehen. Welche Vorteile die Teilnehmenden erwarten, erklärt Geschäftsführer Markus Kuhlmann im Interview mit „Kirche-und-Leben.de“.

Warum hat das Katholische Bildungsforum einen Zentralisierungsprozess begonnen?

Das Katholische Bildungsforum im Kreisdekanat Wesel mit seinen drei Standorten in Duisburg-West, Wesel und der Zentrale in Kamp-Lintfort hat bereits vor drei Jahren intensiv damit begonnen, alle wichtigen verwaltungstechnischen und zuletzt auch pädagogischen Aufgaben in Kamp-Lintfort zusammenzuführen. Hauptgrund ist leider auch bei uns, dass in Zukunft immer weniger Fördermittel aus staatlichen wie kirchlichen Quellen zur Verfügung stehen werden, wobei sich gleichzeitig die Personalkosten stetig erhöhen.

Was ist das Ziel dieses Prozesses?

Ziel unseres Prozesses ist es, zum einen allen unseren Mitarbeitenden einen sicheren Arbeitsplatz für die Zukunft zu bieten und zum anderen unnötige und verwaltungsaufwendige Doppel- beziehungsweise sogar Dreifach-Strukturen abzubauen. Gleichzeitig kann so trotz Zentralisierung immer noch ein Höchstmaß an Professionalität im Dienst am Teilnehmenden und Referierenden geboten werden. Es soll eben keine „Servicewüste KBF“ entstehen.

Worin liegt der Vorteil für das Bildungsforum?

Markus Kuhlmann
Markus Kuhlmann ist Geschäftsführer des Katholischen Bildungsforums im Kreisdekanat Wesel. | Foto: pd

Durch unsere Zentralisierung werden vor allem die unnötigen mehrfach vorhandenen Strukturen abgebaut, sodass wir in den einzelnen Standorten zukünftig mit weniger „man/woman power“ dennoch sehr gute Serviceleistungen erbringen können. Mitarbeitende sollen dabei nicht entlassen werden, vielmehr werden die zurzeit immer wieder anstehenden Verrentungen dazu genutzt, Stellen anders und mit einem geringeren Umfang zu besetzen, was unsere Personalkosten erheblich drückt und gleichzeitig eine sichere Perspektive für die Mitarbeitenden bietet.
Weiterhin kann untereinander und voneinander gelernt werden, da durch neue Mitarbeiterkonstellationen, andere Lern-, Ideen- und Austauschmöglichkeiten gegeben sind, die vorher nicht machbar waren.

Zentralisierungsprozess hört sich sehr nach internem Verwaltungshandeln an. Verschlankung scheint das zentrale Stichwort. Inwieweit fördert das die Bildungsarbeit?

In der Tat ist Verschlankung der richtige Begriff. Das fördert eher indirekt die Bildungsarbeit. Denn mit der Zusammenfassung werden auch die pädagogischen Aspekte unserer Arbeit neu untersucht. Welche Angebote sind nicht mehr zeitgemäß, was trifft den „Nerv“ der Teilnehmenden am besten? Durch die Bildung von zentralen pädagogischen Fachstellen wurden die Zuständigkeiten der Pädagogen teilweise noch einmal neu gemischt. Alte Methoden, Dinge, die vielleicht seit Jahrzehnten laufen, werden durch andere Mitarbeitende gegebenenfalls infrage gestellt, überarbeitet und angepasst. Der Mensch sagt gerne: Das haben wir ja immer schon so gemacht. Dann muss es gut sein. Ja, das kann so sein, aber neue Zuordnungen bringen neuen Schwung. Wichtig war uns hier, dass die Mitarbeitenden im Prozess diese Zuordnung entscheidend mitbestimmen konnten.

Inwieweit kommt dieser Prozess den Teilnehmern zugute?

Meine Antwort schließt direkt an die folgende Frage an. Neue Ideen, Überprüfung der alten, das, was in der Vergangenheit zwar standardmäßig abgelaufen ist, heute aber ganz anders noch einmal hinterfragt wird, bringt nun vor allem den Teilnehmenden die Chance, bereits bekannte Kurse wieder neu und gegebenenfalls auch anders zu entdecken. Kurse werden für neue Teilnehmenden interessant, die vorher gegebenenfalls gar kein Interesse hatten, zu uns zu kommen. Und was nicht von der Hand zu weisen ist: Wir können unsere Kurse im Preissegment halten. Viele Teilnehmenden schätzen es sehr, dass neben der familiären Atmosphäre vor allem auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geboten wird. Wir versuchen tatsächlich auch trotz der Zentralisierung immer noch, unser bekannt freundliches Servicepersonal vor Ort zu halten, sodass auch abends in der Regel ein Ansprechpartner vor Ort vorhanden ist.

Heißt Verschlankung des Leitungspersonals lediglich eine Reduzierung oder wird die Zahl der pädagogischen Kräfte dadurch ausgebaut?

Im Prinzip geht es darum, insgesamt die Anzahl der Mitarbeiter in allen Bereich zu reduzieren, ohne die Serviceleistungen einschränken zu müssen. Für uns fühlt es sich ein bisschen nach eierlegender Wollmilchsau an. Aber genau so ist es. Es bedarf eines wohl abgestimmten Verhältnisses von Verwaltung zu Pädagogik, damit ein bestmöglicher Output gewährleistet wird. Zu viele Pädagogen und zu wenige Verwaltungsmitarbeitende kann nicht funktionieren. Daher werden wir genau auf unser Angebot schauen, was wirklich attraktiv für unsere Teilnehmenden ist und dort unsere Kräfte einsetzen, damit mit einem insgesamt reduzierten Team alle unsere Leistungen erhalten bleiben können.

Wird das Programm durch den Prozess spannender?

Auf jeden Fall. Denn wie bereits beschrieben, entstehen durch die neue Zusammenarbeit der Mitarbeitenden in den pädagogischen Fachstellen ganz neue Ideen und Synergieeffekte, die nicht nur bereits bestehende Kurse gegebenenfalls noch einmal neu denken, sondern zu ganz anderen Angebotsformen kommen. Der Inselblick wird nun auf den ganzen Ozean erweitert, sodass nicht nur den Mitarbeitenden, sondern auch allen Teilnehmenden die Angebote der drei Standorte bekannter werden und die Referierenden ihre tollen Angebote überall anbieten können – auch online.

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?

Durch die Intensivierung der Zusammenarbeit auf Forumsebene sind im Bereich der Eltern-Kind-Angebote viele neue Ideen für andere Standorte geplant worden, die es bisher nicht gab. Jeder Standort kann so noch mehr von dem Austausch untereinander profitieren.

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