Bischof bot selbst Führung für Journalisten an

So wohnt Peter Kohlgraf, der neue Bischof von Mainz

Der neue Mainzer Bischof Peter Kohlgraf (50) wird in eine Drei-Zimmer-Wohnung in direkter Nachbarschaft zum Dom ziehen. In dem dreistöckigen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sollen auch das Bischofsbüro, Arbeitsplätze für Mitarbeiter, Besprechungsräume, Gästezimmer und eine kleine Hauskapelle eingerichtet werden. Am Donnerstag zeigte Kohlgraf Journalisten das teilweise eingerichtete Bischofshaus.

Mit einer Fläche von rund 100 Quadratmetern sind Kohlgrafs private Räume etwa so groß wie seine bisherige Wohnung. Da die Zimmer aber völlig anders zugeschnitten seien, habe er sich von einem Teil seiner Möbel trennen müssen, sagte er.

„Auch ein Bischof wohnt ganz normal“

Die Führung mit Besichtigung seines Wohn- und Badezimmers begründete er damit, nach „gewissen Ereignissen von vor drei Jahren“ habe er zeigen wollen, dass auch ein Bischof „ganz normal wohnt“. Die Affäre um explodierende Baukosten der kostspielig ausgestatteten Bischofsresidenz in Limburg hatte 2014 zur Ablösung des dortigen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst geführt.

Das neue Mainzer Bischofshaus in der Domstraße 12 wurde Anfang 2017 grundlegend saniert. Anderthalb Jahre zuvor war es in dem Altbau zu einem Kabelschmorbrand gekommen. Dabei wurde der Dachstuhl zerstört und die darunter liegenden Geschosse durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Im Zug der Sanierung wurden Böden, Fenster und Haustechnik für insgesamt 700.000 Euro erneuert. Nach Bistumsangaben übernahm die Versicherung wegen des Brandes ein Viertel der Sanierungskosten.

Kohlgraf folgt als Bischof auf Karl Lehmann; er wird am 27. August im Mainzer Dom geweiht. Der Sohn eines Maurers und einer Krankenschwester, war zuvor Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz.