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Australien hat es getan, weitere Länder denken über Altersgrenzen für soziale Medien nach. Was Valentin Heider vorschlägt.
Seit dem 10. Dezember 2025 gibt es in Australien ein neues Gesetz. Kindern und Jugendlichen ist es seither verboten, soziale Netzwerke wie Instagram oder TikTok zu verwenden. Ich möchte grundsätzlich sagen, dass ich diesem Schritt durchaus Positives abgewinnen kann.
In meinem Alltag merke ich immer wieder, dass die sozialen Medien massiv ablenken. Etwa, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und „versuche“, mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Immer wieder lockt da das Handy, auf dem ich mir doch auch die neusten Kochrezepte, Nachrichten oder ein wenig Politsatire anschauen könnte. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das wirklich einschränkt, meine Aufgaben alle in einem zeitökonomisch vertretbaren Rahmen fertigzustellen.
Was in der Schule fehlt
Der Autor
Valentin Heider (17) aus Münster-Roxel ist Schülersprecher der bischöflichen Gesamtschule Friedensschule Münster.
Außerdem muss man sagen, dass insbesondere Kinder und Jugendliche besonders gefährdet sind, von extremistischen Positionen außerhalb demokratischer Werte beeinflusst zu werden. Wenn sie den richtigen Umgang mit den Plattformen nicht erlernen.
Das kritische Prüfen von Inhalten, das Hinterfragen von Quellen, all das sind Dinge, die Kindern beigebracht werden müssen. Allerdings: Schaue ich in meine eigene Schullaufbahn, stelle ich bis auf wenige Ausnahmen fest, dass solche Inhalte noch häufiger vorkommen und auf alle Fächer ausgeweitet werden müssten.
Es braucht Bildung
Ich finde deshalb, man sollte die Frage nach einem Verbot von Social Media auch mit der Thematik der Digitalbildung, ja auch Demokratiebildung in Verbindung bringen. In der Schule müssen jungen Menschen Regeln an die Hand gegeben werden, wie man in sozialen Netzwerken miteinander umgeht. Im Deutschunterricht muss jungen Menschen gezeigt werden, wie ein konstruktiver Umgang in den sozialen Medien aussieht. In Mathe und Politik muss gelernt werden, welche Auswirkungen zum Beispiel Algorithmen auf die Meinungsbildung junger Menschen haben.
Eine Sache ist aber auch klar: Die sozialen Medien sind nicht mehr Neuland. Sie gehören einfach zu unserem alltäglichen Leben dazu, sie sind nicht mehr einfach so umkehrbar.
Bewusste Nutzung
Digitale Plattformen ermöglichen es jungen Menschen, sich auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, sich Ziele zu setzen. Sich auszutauschen über lustige Alltagssituationen in Form von Memes, sich inspirieren zu lassen von neuen Ideen, sich Ziele zu setzen, aufgrund der Karrieremöglichkeiten, die im Internet aufgezeigt werden.
Ich möchte dennoch alle einladen, sich die Gefahren der sozialen Netzwerke bewusst zu machen. Tun wir es für einen verantwortungsvollen Konsum! Tun wir es für unsere Demokratie!
„Niemand soll dich wegen deiner Jugend geringschätzen!“, ermutigt der 1. Timotheusbrief (4,12) seinen Empfänger Timotheus. Und in der 1.500 Jahre alten Benediktsregel rät der heilige Benedikt, bei wichtigen Dingen alle Brüder anzuhören, „weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist“ (RB 3,3). Darum kommen in unserer Rubrik „Der junge Kommentar“ ausdrücklich Autor:innen unter 30 Jahren mit ihrer persönlichen Meinung zu einem selbst gewählten Thema zu Wort. Sie sind ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.