Steuervermeidung durch sächsischen Vizechef Maximilian Krah?

„Spiegel“: AfD-Europakandidat managte Millionen für Piusbrüder

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah hat nach einem Medienbericht „jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen“ der traditionalistischen Piusbruderschaft gemanagt. Durch die Gründung von Organisationen in mehreren Ländern sollten offenbar Steuerzahlungen vermieden werden, berichtet der „Spiegel“. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen, die Krah bestätigt habe.

Der Rechtsanwalt ist sächsischer Vizechef der AfD und kandidiert auf Listenplatz drei seiner Partei zur Europawahl am kommenden Sonntag. Als Anwalt trat er anfangs auch in der Affäre um den britischen Holocaust-Leugner und illegal geweihten Traditionalistenbischof Richard Williamson in Erscheinung.

Krah: „Elegante und verschwiegene Möglichkeit“

Wie der „Spiegel“ berichtet, kümmerte sich Krah ab 2008 im Auftrag der traditionalistischen Priestervereinigung um die Übernahme einer Erbschaft in zweistelliger Millionenhöhe, die eine vermögende Gönnerin den Piusbrüdern vermacht habe.

Dabei habe er eine Firma in Liechtenstein errichtet, ferner eine Privatstiftung in Wien sowie eine Aktiengesellschaft in der Schweiz – offenbar mit dem Ziel, Steuern zu vermeiden. Zwischen 2008 und 2013 habe Krah dem Verwaltungsrat der Liechtensteiner Firma und dem Stiftungsvorstand in Wien angehört.

Krah warnt vor Papst Franziskus

Krah wird in dem Magazin mit der Aussage zitiert, es sei damals darum gegangen, „eine elegante und verschwiegene Möglichkeit zu finden, das Erbe im Sinne der Bruderschaft zu verwalten“. Nach langen Gesprächen mit den Finanzbehörden sei das Geld schließlich steuerfrei bei der Wiener Privatstiftung angekommen.

Krah bezeichnet sich als bekennenden Christen. Vor wenigen Tagen hatte er in einem Interview der „Tagespost“ gesagt, er halte Papst Franziskus für eine „absolute Katastrophe“. Franziskus rücke von grundlegenden katholischen Positionen ab, so der Anwalt und AfD-Politiker: „Ich kann jeden Katholiken nur davor warnen, diesen Papst allzu ernst zu nehmen.“