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Einsatz statt Eiskonfekt

St. Gertrud Lohne macht Kino-Werbung fürs Ehrenamt

Wo findet man neue Helfer für ein Gemeindeprojekt? Eine Pfarrei im Oldenburger Land will es mit Werbespots im örtlichen Kino ausprobieren. Besonders zwei Gründe sprächen für den ungewöhnlichen Ort.

Die Popcorntüte knistert. Auf der Leinwand flimmern die letzten Werbespots vor dem Hauptfilm, für Limonade und Eiskonfekt. Gleich gehts los. Doch was ist das? Plötzlich stellen die Filmszenen da vorne eine ganz andere Frage: Ob es nicht schön wäre, sich mal ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde einzusetzen?

So oder ähnlich werden es ab Dezember Kinogänger im oldenburgischen Lohne erleben können. Wenn über drei Monate vor jedem Film ein etwa einminütiger Reklamefilm für  das Ehrenamtsprojekt „Gemeinschaft der Talente“ zu sehen ist.

Werbung für die „Gemeinschaft der Talente“

Dessen Grundprinzip: Menschen stellen sich für jeweils ein Jahr in den Dienst einer guten Sache, jeder nach eigenen Fähigkeiten oder Talenten. Einer übernimmt Fahrdienste, andere helfen beim Seniorenkaffee, wieder andere unterstützen die Messdienerarbeit. Ganz im Sinne des Gemeinde-Pastoralplans der St.-Gertrud-Pfarrei. Sie hat sich darin auf die Fahne geschrieben, Talente in der Gemeinde zu suchen und zu fördern.

„Die Projekte laufen zwar gut“, sagt Pastoralreferentin Christine Gerdes. „Auch weil viele Helfer einfach immer weitermachen.“ Manche seit sieben Jahren, so lange läuft das Talente-Projekt schon.

Schwierige Suche nach neuen Gesichtern

Dagegen sei es in den letzten Jahren schwieriger geworden, neue Gesichter für die „Gemeinschaft der Talente“ zu finden. Es reiche scheinbar nicht  mehr aus, von den Sternsingern Anmeldekarten verteilen zu lassen, sagt Christine Gerdes. Auch ein Reklamestand vor einem Einkaufsmarkt habe nur wenig gebracht.

Pastoralreferentin Christine Gerdes. | Foto: Michael Rottmann
Pastoralreferentin Christine Gerdes. | Foto: Michael Rottmann

Immerhin: Die Verantwortlichen verzeichneten zum Jahresbeginn wieder mehr als ein Dutzend Neuanmeldungen. Aber sie hätten gerne noch mehr und vor allen Dingen neue Leute dabei. Das brachte Christine Gerdes auf die Idee mit den Leinwand-Werbespots. Die Haupt-Hoffnung: dass das Kino ganz neue Gruppen von Menschen erreiche. Außerdem sei man in der Ruhe eines Kinosessels aufnahmebereiter für die Botschaft im Panoramaformat. Auch das wäre ganz im Sinne des Lohner Pastoralplans, in dem sich die Gemeinde selbst aufgegeben hat, „Verkrustungen“ aufzubrechen und hin zu den Menschen zu gehen.

Zuschuss aus dem Fonds „Gute Idee!“

Im September soll der Werbespot gedreht werden. Christine Gerdes hat mittlerweile ein Angebot des örtlichen Kino-Betreibers eingeholt und sich bei Medienprofis über die Kosten informiert. Denn eines stand für sie fest: „Ein Werbefilm muss professionell produziert sein! Es bringt nichts, wenn wir da selbst etwas mit unseren Handys aufnehmen und zusammenschneiden.“

Genau kann Christine Gerdes die Kosten dafür noch nicht beziffern. Aber so viel hat sie mittlerweile erfahren: „Es kostet mehr als 1.000 Euro, aber auch nicht unbedingt gleich 10.000 Euro.“ Geld, das die Gemeinde nicht alleine aufbringen muss. Denn für das Projekt gibt es einen Zuschuss vom Offizialat. Das fördert das Projekt mit 1.900 Euro aus dem Fördertopf „Gute Idee!“

Der Förderfonds „Gute Idee!“
50.000 Euro im Jahr stellt die Kirche im Oldenburger Land für die Umsetzung neuer Seelsorge- und Verkündigungsideen in den Pfarreien zur Verfügung. Der oldenburgische Pastoralrat hat dazu 2008 den Fonds „Gute Idee!“ ins Leben gerufen. Gruppen und Gemeinden können daraus bis zu 3.000 Euro erhalten. Ein Vergabeausschuss entscheidet über die Anträge. Für den Katholikentag in Münster hat er die 3.000-Euro-Deckelung gelockert. Drei Projekte, die sich mit dem Katholikentagsmotto „Suche Frieden“ befassen, sollen bis zu 5.000 Euro erhalten. Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk können dafür bis zum 6. November Anträge stellen.

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