Was Schülerinnen der katholische Marienschule statt Demo fürs Klima tun

Statt „Fridays for future“: Schluss mit „Mama-Taxi“ in Xanten

Maßnahmen gegen den Klimawandel mit seinen Folgen sind nicht nur eine Aufgabe von Unternehmen und der Politik. Sie fangen bei jedem Einzelnen in seinem persönlichen Verhalten an. Das haben sich Schülerinnen der 10b von der katholischen Marienschule in Xanten gesagt. Und deswegen haben sie eine Aktion gestartet, um ihre Mitschülerinnen zum Mitmachen anzuspornen. Die Maxime: Keine Freitagsdemos während der Unterrichtszeit, stattdessen konkrete Ideen, wie jede Einzelne einen persönlichen Beitrag leisten kann.

„Es ist toll, dass ihr euch diese Gedanken macht, um die Schöpfung zu bewahren“, sagte Schulleiter Michael Lemkens bei der Vorstellung der Vorschläge. „Das ist ein Startschuss für etwas, mit dem wir schon bei uns in der Schule beginnen können.“

Warum sie nicht bei „Fridays for Future“ sind

Ultraheiße Sommer, lang anhaltende Trockenheit, abschmelzende Polkappen: Bei den Demonstrationen „Fridays for Future“ gehen junge Menschen auf die Straße, um für ein Umdenken im Umgang mit den Ressourcen und für zusätzliche Anstrengungen beim Energiesparen zu protestieren. Die private Initiative der schwedischen 16-jährigen Greta Thunberg hat sich zu einer internationalen Bewegung entwickelt, eine große Jugendbewegung.

Eigentlich wollten auch die Mädchen der Marienrealschule, die in Trägerschaft der Katholischen Propsteigemeinde St.Viktor ist, an einer Demo in Kleve teilnehmen. Aber Schulleiter Lemkens machte ihnen einen anderen Vorschlag. Sie sollten untersuchen, wie man selbst durch sein Verhalten etwas zugunsten des Klimas bewirken könne.

Chatten contra Klimaschutz

Der Vorschlag kam gut an, und die 10b machte sich an die Arbeit. „Eigentlich wissen wir alle, wie wir etwas für die Umwelt tun können, aber nur wenige Menschen unternehmen wirklich etwas“, sagt Sara Willemsen. Darum ist sie mit ihren Kameradinnen durch die Klassen gegangen, um den Schülerinnen das Problem des Klimawandels vor Augen zu führen. „Wir müssen etwas tun und zwar jetzt und nicht, wenn es zu spät ist“, so Willemsen.

Die Vorschläge wurden mit Beifall aufgenommen: Zum Beispiel auf das „Mama-Taxi“ zu verzichten, auch wenn es so bequem ist, im elterlichen Fahrzeug bis vor die Schultür gebracht zu werden. Ebenso stößt der Appell, in der Freizeit ab und zu das Smartphone beiseite zulegen, um den Stromverbrauch zu senken, bei einigen Mitschülerinnen auf Zustimmung.

Apfelbäume für die Klimapolitik

Auch die Schule selbst könne einen Beitrag leisten, indem sie den Papierverbrauch reduziert. Immerhin werden an einem Schultag im Schnitt 3000 Blätter bedruckt. Die Temperatur in den Klassenzimmern lässt sich zudem von 20 auf 19 Grad herunterdrehen, was Energie spart. Auf die Heizung für einige Tage ganz zu verzichten, rechnet sich aber nicht. Lemkens: „Das Hochfahren würde viel zu viel Energie verbrauchen.“ Sorge bereitet dem Schulleiter die in den Pausen konsumierte Fünf-Minuten-Terrine als Zwischenmahlzeit. So entstehe Woche für Woche ein Berg von Plastikmüll.

Für Sara Willemsen ist klar: „Als Christen ist es unsere Pflicht, mit unserem Planeten verantwortungsvoll umzugehen.“ Die Schülerinnen wollen im monotonen Schulgarten Wildblumensamen streuen. Auch möchten sie einen Apfelbaum pflanzen, „als Symbol für die Bäume, die gefällt werden. In drei Jahren wird er Äpfel tragen. Wir hoffen, dass dann auch die Klimapolitik Früchte trägt“, sagt Schülerin Paulina Peters.