„Galileo“-Moderator über Quarantäne, Friseurbesuche und Netflix-Fasten

Stefan Gödde: Corona lehrt mich, die Fastenzeit bewusster zu leben

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Stefan Gödde (45), Moderator der Sendung „Galileo“ auf ProSieben und gebürtiger Paderborner, macht kein Geheimnis daraus, dass Jerusalem und Rom seine Lieblingsorte sind und er ein gläubiger Mensch ist. Auch die Fastenzeit gestaltet er bewusst. Wie das für ihn nach einem Jahr Corona aussehen wird, hat er „Kirche-und-Leben.de“ verraten.

Stefan Gödde, seit einem Jahr leben wir mit Corona und vielen Einschränkungen. Wie haben Sie das erlebt, welcher Verzicht fiel Ihnen besonders schwer?

Meine Pandemie-Erfahrungen sind wohl eher untypisch. Denn anders als viele andere durfte ich die ganze Zeit über weiterarbeiten, das war ein großer Segen. Zwar ist die Galileo-Redaktion größtenteils im Homeoffice, aber für unsere tägliche Livesendung durfte ich weiterhin ins TV-Studio fahren. Der Lockdown-Lagerkoller ist also zum Glück an mir vorbeigegangen. Vermisst habe ich allerdings die Möglichkeit, auf Reportage-Reisen zu gehen. Aber das ist wohl eher ein Luxusproblem in diesen Zeiten.

Was hat Sie diese Zeit gelehrt? Wie hat sie Sie verändert?

Ich glaube, wir alle haben doch gemerkt, dass plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist. Weder der Friseurbesuch noch das Essen im Restaurant, der Kirchgang oder der Schulunterricht. Auch so scheinbar kleine Dinge wie Händeschütteln oder eine Umarmung unter Freunden wurden durch das Virus unmöglich gemacht. Und das ist wahrscheinlich die größte Lehre aus der Pandemie: Dass das Leben urplötzlich komplett anders aussehen kann. Deshalb sollten wir viel achtsamer im Alltag sein. Und dankbarer für all das Gute, das wir haben. Wenn wir diese Erkenntnis mitnehmen, dann hätte die Corona-Zeit zumindest ein wenig Sinn gehabt.

Und dann kommt jetzt noch die Fastenzeit obendrauf. Wie fühlt sich das für Sie an? Noch mehr Belastung?

Könnte man denken - und manche Menschen empfinden das vielleicht auch so. Allerdings habe ich persönlich die Fastenzeit auch schon vor Corona nie als Belastung empfunden, sondern eher als eine Einladung oder Chance. Als eine Aufforderung, mir klarzumachen, was wirklich wichtig ist. Oder was ich eigentlich nur zum Zeitvertreib und zur Ablenkung mache. Herauszufinden, was ich zum Beispiel ganz bewusst konsumiere, und was einfach nur nebenbei.

Welche Rolle spielte die Fastenzeit bisher in Ihrem Leben? Und wie werden Sie diese Corona-Fastenzeit gestalten?

Ich habe früher schon mal „Medien“ gefastet, also weniger Zeit in sozialen Netzwerken verbracht, die ja wirklich ein absoluter Zeitfresser sein können. Ich kenne Menschen, die ihren Netflix-Konsum einschränken. Damit habe ich zum Glück kein Problem, weil ich ein gutes Buch jedem Film vorziehe. Aber schon seit einigen Jahren verzichte ich während der Fastenzeit auf Alkohol und Zucker. Das tut meinem Körper gut. Aber es hat eben noch eine weitere Dimension: Ich habe das Gefühl, achtsamer zu sein - gegenüber mir selbst und meiner Umwelt. Bewusster leben und dankbarer sein - ich glaube, dass diese Haltung eine gute Vorbereitung auf das Osterfest ist. Für mich persönlich ist die Fastenzeit auf jeden Fall eine sehr wertvolle Zeit im Jahr.

Welchen Tipp geben Sie Menschen, die die Nase voll haben von Corona, Verzicht und Einschränkungen?

Insgesamt kann ich das sehr gut nachvollziehen. Jeder von uns ist wohl mittlerweile genervt. Aber wie so oft im Leben, ist es vor allem unsere Einstellung zu einer Sache, die bestimmt, wie wir die Situation erleben. Je positiver unsere Haltung, desto erträglicher werden auch schwierige Zeiten. Das gilt in dieser Pandemie, aber natürlich auch ganz generell im Leben.

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