National-Trainerin ist Patin von »Schule ohne Rassismus«

Steffi Jones besucht bischöfliche Schule in Recklinghausen

Nach der Theorie kam die Praxis: Einige Schülerinnen und Schüler kamen in den Genuss eines exklusiven Trainings mit Nationaltrainerin Steffi Jones (Mitte).
Nach der Theorie kam die Praxis: Einige Schülerinnen und Schüler kamen in den Genuss eines exklusiven Trainings mit Nationaltrainerin Steffi Jones (Mitte).Foto: Michaela Kiepe (pbm)

Mit großem Jubel empfingen die Schülerinnen und Schüler des Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg in Recklinghausen ihren prominenten Gast. Steffi Jones, Trainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, ist nun offiziell Patin des Projektes »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage«. Seit 2003 ist das Berufskolleg in bischöflicher Trägerschaft Mitglied in dem bundesweiten Netzwerk.

»Wir sehen kulturelle Vielfalt als Chance«

Ehrlich und offen beantwortete Steffi Jones, Trainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft (Mitte), die Fragen der Schülerinnen und Schüler. | Foto: Michaela Kiepe (pbm)

»Wir sehen die kulturelle Vielfalt als Chance und nicht als Bedrohung. Wir stehen ein für ein friedliches und buntes Miteinander«, erklärte ihr Schüler Andreas Tippelt, der sich in dem Projekt engagiert. Auch Regine Jacobs von der Abteilung katholische Schulen im Bischöflichen Generalvikariat betonte, dass durch das Projekt der Bildungsauftrag in vorbildlicher Weise umgesetzt werde. Nach dem christlichen Verständnis werde die Verschiedenheit der Menschen anerkannt und Diskriminierung sowie Rassismus hätten keinen Platz an der Schule.

»Es ist wunderbar, dass Sie sich für dieses wichtige Projekt einsetzen und heute bei uns sind«, begrüßte dann Schulleiter Gregor Rüter Steffi Jones. Die Fußballerin und Trainerin gab den Ball direkt zurück. »Es ehrt mich und macht mich stolz, diese Patenschaft zu übernehmen.«

»Gut, dass ihr laut werdet«

Sie erzählte eine kurze Geschichte, die ihr vor acht Jahren passiert sei. Bei einem Fußballspiel habe sie eine Frau begrüßt, woraufhin ein Mann gesagt habe: »Nun hast du einer Negerin die Hand geschüttelt.« Niemand der Menschen, die dabeistanden, hätten etwas gesagt. »Deshalb ist es gut, dass ihr laut werdet«, lobte Jones die Schülerinnen und Schüler.

In einer lockeren Fragerunde beantwortete die Nationaltrainerin Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei ging es um viele unterschiedliche Themen wie Fußballtaktik, Ernährung, Trainingsmethoden Vereinbarkeit von Fußball und Beruf oder auch Integration von Spielerinnen mit Migrationshintergrund. »Es ist wichtig, sie zu stärken«, sagte Jones. »Wir müssen darüber sprechen und immer wieder auf das Thema aufmerksam machen. Fußball verbindet und macht uns stärker.«