Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken unterstützt Demos

Stegemann: Politik muss im Sinn von „Fridays for Future“ handeln

Kerstin Stegemann, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster, fordert, in der Klimapolitik „endlich“ im Sinn der jüngeren Generation zu handeln. Es brauche eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Anliegen der Demonstrationen „Fridays for Future“, statt lediglich auf die Schulpflicht der Demonstranten zu verweisen, schreibt Stegemann in der Zeitschrift „Salzkörner“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Es brauche „ohne weiteren Verzug“ Entscheidungen zur Begrenzung des Klimawandels, so Stegemann. Sie zitiert ein Demo-Plakat, auf dem Schüler angesichts des Schulschwänzen-Vorwurfs von der Elterngeneration verlangen: „Macht ihr eure Hausaufgaben, dann machen wir unsere.“

Stegemann teilt Vorwurf des Schulschwänzens nicht

Kerstin Stegemann.
Kerstin Stegemann. | Foto: Michael Bönte

Stegemann teilt die Kritik am angeblichen Schulschwänzen nicht. Die Schulpflicht sei wertvoll. Allerdings seien die Demos „Fridays for Future“ eine von wenigen Möglichkeiten junger Menschen, auf die öffentliche Debatte Einfluss zu nehmen. Viele Schüler dürften noch nicht wählen, erinnert die oberste gewählte Repräsentantin der katholischen Laiengremien und Verbände im Bistum Münster.

Zudem verweist sie darauf, dass wegen der Klima-Demos nicht immer dieselben Schülerinnen und Schüler. Häufig gebe es regelrechte Einsatzpläne, damit der Unterrichtsausfall sich für die Einzelnen in Grenzen halte.

Senkung des Wahlalters als Möglichkeit

Stegemann erinnert weiter daran, dass katholische Jugendverbände seit Jahren fordern, das Wahlalter zu senken. Würden Jugendliche so an politischen Prozessen beteiligt, sei das durchaus eine Alternative zum Demonstrieren während der Unterrichtszeit.

Die Erwachsenen hätten es in der Hand, auf die Jugendlichen zu hören und auch auf diese Weise dafür zu sorgen, „dass bald alle wieder freitags im Unterricht anwesend sind“, so Stegemann.