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Das Liberalisierungsvorhaben ist bioethisch umstritten. Welche Entscheidung die zweite Kammer des Parlaments jetzt traf.
Das britische Parlament hat eine Initiative zur Legalisierung der Suizidbeihilfe bei unheilbar Kranken gestoppt. Das Unterhaus stimmte am Freitag in zweiter Lesung mit einem Votum von 286 zu 270 Abgeordneten gegen den Entwurf. Das Gesetz hätte Erwachsenen in England und Wales mit einer Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten unter bestimmten Voraussetzungen einen assistierten Suizid ermöglicht.
Im Parlament wurden vor allem fehlende Schutzmechanismen und eine mögliche Einflussnahme auf besonders vulnerable Menschen moniert. Sowohl die katholische Kirche als auch die Church of England hatten sich im Vorfeld der Abstimmung entschieden gegen das Vorhaben ausgesprochen und dagegen mobilisiert. Auch medizinische Fachgesellschaften äußerten Bedenken.
Im Juni 2025 hatte das Unterhaus noch mehrheitlich für eine Freigabe der Suizidbeihilfe gestimmt, das Vorhaben stieß jedoch auf Widerstand im Oberhaus. Nun scheiterte der erneute Anlauf im House of Commons.
Kirche erleichtert
Die katholische Bischofskonferenz von England und Wales begrüßte das Ergebnis. Die gemeinsame Kampagne von Kirchen und anderen gesellschaftlichen Akteuren, darunter Ärzte, Juristen und Behindertenorganisationen, habe zu dem Erfolg beigetragen. Dadurch sei es gelungen, Würde und Heiligkeit des menschlichen Lebens zu verteidigen.
Liverpools Erzbischof John Sherrington betonte, der Umgang mit schwerer Krankheit, Behinderung und den Herausforderungen des Alters müsse auf „Solidarität, Fürsorge und Respekt“ beruhen. Eine mitfühlende Gesellschaft zeige sich daran, ob sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstütze, „statt sie zu ermutigen, ihr Leben zu beenden“. Der Erzbischof forderte einen besseren Zugang zu hochwertiger Palliativ- und Hospizversorgung. Diese müsse allen Menschen zur Verfügung stehen, die sie benötigten, damit sie ihre letzten Tage in Würde verbringen könnten.
Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe
Menschen mit Suizidgedanken können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 täglich rund um die Uhr erreichbar, berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Der Mailverkehr läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.