2.000 Menschen beim Oldenburger Kolpingtag

Sternberg: Gegen Pervertierung des Islams kämpfen

Katholische Christen müssen muslimischen Gläubigen helfen, gegen die "Pervertierung ihres Glaubens" kämpfen. Dazu hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, aufgerufen. In der Festansprache auf dem Oldenburger Kolpingtag in Cappeln (Kreis Cloppenburg) sagte Sternberg am Sonntag (04.09.2016), auch der Islam kenne für Massenmord nur "den hintersten Platz in der Hölle", auch der Islam kenne nur einen barmherzigen Gott. Umso wichtiger sei es, wenn Christen einen Beitrag zu einem Kampf gegen eine Radikalisierung muslimischer Lehren durch den so genannten Islamischen Staat lieferten.

Christen müssten sich in der Flüchtlingsfrage von Unruhe und Angst lösen, sagte Sternberg. Es helfe nicht, den Islam als Ursache aller Fragen und Probleme zu sehen. Die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln etwa hätten nichts mit dem Islam, sondern viel mit Alkohol zu tun gehabt. Sternberg mahnte, statt von "Ängsten" von "Sorgen" zu sprechen; diese seien nämlich auf Zahlen und Informationen begründet. Auf dieser Basis könne man solide arbeiten.

Weidisch: Die AFD passt nicht zu uns

Deutliche Kritik an der rechtskonservativen Partei AfD hat Pfarrer Karsten Weidisch aus Moers auf dem Kolpingtag geübt. Weidisch war vor seiner Tätigkeit am Niederrhein Jugendseelsorger des oldenburgischen Kolpingwerks und deshalb zu Gast in Cappeln. "Die passt nicht zu uns, nicht zum Geist unseres seligen Vaters Adolph Kolping", sagte er mit Blick auf die AfD in seiner Festpredigt zum Abschluss des Kolpingtags. Wenn ein Kolpingmitglied "seinen seelischen Tank mit dem Heiligen Geist gefüllt" habe, würden ihm viele Entscheidungen leichter fallen.

Zum 109. Oldenburger Kolpingtag waren etwa 2.000 Menschen nach Cappeln gekommen. Sie vertreten die 58 Kolpingfamilien zwischen Wilhelmshaven und Damme im Landesverband Oldenburg des Kolpingwerks im oldenburgischen Teil des Bistums Münster.