Gruppe vertritt 30.000 Sternsinger aus dem Bistum Münster in Berlin

Sternsinger aus Horneburg freuen sich auf Kanzlerin Merkel

Sie können ihr Glück kaum fassen. Sophie (15) und Johannes (12) Elfert sowie Lilly Müller (11) und David Greßkötter (12) werden am 7. Januar die rund 30.000 Sternsinger des Bistums Münster beim Empfang der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin vertreten. „An meinem Geburtstag“, setzt Johannes noch einen drauf. Er ist jetzt schon total gespannt. „Ich würde mich natürlich über einen persönlichen Glückwunsch sehr freuen“, gibt er zu.

Die vier sind schon ein bisschen aufgeregt. Seit ihrem sechsten Lebensjahr sind sie jedes Jahr als Sternsinger rund um den 6. Januar in Horneburg unterwegs. Sie sammeln an den Haustüren für die Projekte des Kindermissionswerks und bringen den Menschen den Segen. Sophie begleitet inzwischen eine der vier Gruppen und hilft bei den Vorbereitungen. „Als ich angefangen habe, war ich die jüngste Sternsingerin und das einzige Mädchen“, erinnert sie sich gern. Auch Lilly kennt die Sternsinger lange. Denn bevor sie in das königliche Gewand schlüpfte, war ihr älterer Bruder schon mit von der Partie. Wie David macht es den Kindern viel Spaß, gemeinsam mit Freunden unterwegs zu sein und etwas Gutes für andere Kinder zu tun. Denn die meisten der rund 20 bis 25 Horneburger Sternsinger kennen sich. Sei es vom Ferienlager, das die Kolpingsfamilie jedes Jahr im Sommer organisiert, oder von anderen Aktivitäten in der Pfarrgemeinde oder bei der Feuerwehr.

„Meine Frau ist ganz blass geworden“

Michaela Elfert, Mutter von Sophie und Johannes, ist im Pfarreirat der fusionierten Pfarrei St. Dominikus Datteln aktiv und leitet seit zwei Jahren in St. Maria Magdalena die Sternsingeraktion. „Aber seit Sophie dabei ist, habe ich immer mitgeholfen“, berichtet die 48-Jährige. Sie war es auch, die auf Drängen ihrer Tochter das Preisausschreiben des Kindermissionswerks ausgefüllt und abgeschickt hat. „Eigentlich nehmen wir jedes Jahr teil. Jetzt hat es geklappt“, berichtet sie freudig. Und ihr Ehemann Reinhard fügt lachend hinzu: „Meine Frau ist ganz blass geworden, als sie den Brief geöffnet und gelesen hat.“

Doch schnell sei die Stimmung in pure Freude umgeschlagen. „Vor allem, weil wir erst in den Osterferien in Berlin waren. Da haben wir vor dem Kanzleramt gestanden und gesagt, wie spannend es wäre, hineinzukommen und die Bundeskanzlerin zu treffen“, berichtet Sophie. Dieser Traum wird nun Wirklichkeit. „Ein bisschen neidisch bin ich schon“, gibt ihr Vater zu. Denn ihm bliebe nichts anderes übrig, als sich das Ereignis mit den anderen Eltern in der Tagesschau anzusehen während der Rest seiner Familie live dabei sei. Am 6. Januar jedenfalls geht es los in die Hauptstadt, und am 7. Januar wird das wahr, worüber die Familie noch Ostern gesprochen hat: ein Besuch bei der Kanzlerin.