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Eine Partnerorganisation des Kindermissionswerks setzt sich in Bangladesch gegen Kinderarbeit ein. Die ARKTF-Stiftung half auch Nour.
Stark und zerbrechlich zugleich – diesen Eindruck vermittelt Nour immer wieder. Das zwölfjährige Mädchen steht kerzengerade im Versammlungsraum des Sternsinger-Partners ARKTF („Abdur Rashid Khan Thakur Foundation“), einer Stiftung, die in der Stadt Jessore in Bangladesch Kinderarbeit bekämpft.
Etwas atemlos vor Aufregung, aber klar, schildert Nour, wo und warum sie seit ihrem achten Lebensjahr arbeiten musste, bevor ein Team von ARKTF sie an ihrem Arbeitsplatz entdeckte und ihre Not beendete. Die anderen Kinder, die wie Nour heute ins ARKTF-Zentrum gekommen sind, nicken hin und wieder. Auch sie haben hart arbeiten müssen, bevor die Sternsinger-Partnerorganisation eingriff und ihnen zu ihrem Recht auf Schutz und Bildung verhalf.
Schwerer Start ins Leben
Nours Start ins Leben war nicht einfach. Das Leid begann schon lange vor ihrer Geburt. Nours Mutter Rhia war selbst noch ein Kind, als ihre Mutter starb. Rhias Vater musste seine vier Töchter allein aufziehen. Doch als Tagelöhner und Arbeiter in der Kissenproduktion verdiente er zu wenig. Rhia war erst 13 Jahre, als der Vater sie mit einem ihr unbekannten Mann verheiratete.
Die Ehe sollte ihre Versorgung gewährleisten. Doch statt Sicherheit folgten für Rhia Jahre schlimmer Misshandlungen durch den Ehemann. „Er war immer betrunken, immer äußerst aggressiv. Eines Tages hat er mich fast umgebracht“, berichtet die heute 25-Jährige. Auch nach der Geburt ihrer Tochter blieb er gewalttätig. „Ich hatte Angst um Nour. Sie hat Furchtbares mitansehen müssen. Auch um sie zu schützen, musste ich mich von meinem Mann trennen.“